Und, aber, oder, denn und sondern sind die fünf nebenordnenden Konjunktionen – die einfachste Art, zwei vollständige Sätze zu einem zu verbinden. Sie können auch kleinere gleichrangige Einheiten verbinden, etwa zwei Wörter oder Phrasen (Kaffee oder Tee, klein, aber stark). So oder so gilt: Keine von ihnen verändert die Wortstellung – was direkt nach der Konjunktion kommt, steht genau dort, wo es auch in einem eigenständigen Satz stehen würde.

Kurz gesagt: Eine nebenordnende Konjunktion "besetzt" selbst keine Position im folgenden Satz, sodass dessen normale Verb-Zweit-Stellung erhalten bleibt – was auch immer sonst an erster Stelle stünde (das Subjekt oder etwas anderes wie eine Zeitangabe), steht weiterhin an erster Stelle, und das Verb folgt direkt danach. Das unterscheidet sie von unterordnenden Konjunktionen wie weil oder dass, die die Wortstellung sehr wohl verändern – ein eigenes Thema, das separat behandelt wird.

Die fünf Konjunktionen

Konjunktion Bedeutung Verwendung
und and einfach Informationen hinzufügen
aber but Gegensatz
oder or Alternativen
denn because, for einen Grund angeben
sondern but rather Korrektur einer vorausgehenden Verneinung
  • Ich lerne Deutsch, und ich lese jeden Tag.
  • Er ist müde, aber er arbeitet weiter.
  • Kommst du mit, oder bleibst du hier?
  • Sie bleibt zu Hause, denn sie ist krank.
  • Das ist kein Fehler, sondern eine Absicht.

Die Wortstellung ändert sich nie

Vergleiche einen Satz für sich mit demselben Satz nach einer nebenordnenden Konjunktion – das Verb bleibt genau an der Stelle, die es auch in einem eigenständigen Satz einnehmen würde (siehe Wortstellung: das Verb an zweiter Stelle):

  • Ich lese jeden Tag.Ich lerne Deutsch, und ich lese jeden Tag.
  • Er arbeitet weiter.Er ist müde, aber er arbeitet weiter.

Die Konjunktion selbst zählt nie als erste Position – etwas anderes kann diese trotzdem einnehmen. Morgen lese ich ein Buch stellt weiterhin morgen an die erste Stelle und vertauscht Subjekt und Verb, genau wie für sich allein: Ich lerne Deutsch, und morgen lese ich ein Buch. Nichts wandert ans Satzende, und die nebenordnende Konjunktion verändert nie, wie der Rest des Satzes aussieht. Genau deshalb heißen diese fünf "nebenordnend": Sie verbinden zwei gleichrangige, unabhängige Sätze nebeneinander, statt den einen vom anderen abhängig zu machen.

Im Englischen stellt sich diese Frage so nicht, weil Englisch ohnehin keine feste Verb-Zweit-Regel kennt, die eine Konjunktion stören könnte. Außerdem unterscheidet Englisch nicht zwischen aber und sondern – beide heißen einfach "but". Gerade deshalb ist sondern für englischsprachige Deutschlernende oft die größte Neuerung an diesem Thema, nicht die Wortstellung.

Denn sieht aus wie weil, verhält sich aber anders

Sowohl denn als auch weil bedeuten "because" und leiten einen Grund ein – aber nur weil schickt das Verb ans Satzende (eine unterordnende Konjunktion, separat behandelt). Denn ist nebenordnend, daher liest sich der Satz danach wie ein ganz normaler Hauptsatz:

  • Sie bleibt zu Hause, denn sie ist krank. (normale Wortstellung, Verb an zweiter Stelle)
  • Zum Vergleich (hier nicht behandelt): Ein weil-Satz würde stattdessen enden mit …, weil sie krank ist.

Sondern vs. aber

Beide können mit "but" übersetzt werden, sind aber nicht austauschbar. Bei dieser korrigierenden Verwendung erscheint sondern nach einer ausdrücklichen Verneinung (nicht, kein), wenn der zweite Teil den ersten korrigiert oder ersetzt – nicht nur ihm widerspricht. (Die feste Wendung nicht nur … sondern auch ist ein separates Muster, keine Korrektur, und wird hier nicht behandelt.)

  • Das ist nicht blau, sondern grün. (eine Korrektur)
  • Das ist nicht blau, aber grün. – falsch: Sobald der erste Teil verneint ist und der zweite Teil ihn ersetzt, ist sondern nötig, nicht aber
  • Er ist müde, aber er arbeitet weiter. (ein einfacher Gegensatz, nichts ist verneint, also ist aber richtig)

Kommaregeln

  • Vor aber, denn und sondern steht immer ein Komma: Er ist müde*,** aber er arbeitet weiter.*
  • Vor und und oder ist kein Komma nötig, aber eins ist erlaubt, wenn es einem längeren Satz die Lesbarkeit verbessert: Ich lerne Deutsch*,** und ich lese jeden Tag* ist in Ordnung, aber Ich lerne Deutsch und ich lese jeden Tag ist ebenso korrekt.

Häufige Fehler

  • Das ist nicht kalt, aber warm. → ✅ Das ist nicht kalt, sondern warm. (eine Korrektur nach einer Verneinung braucht sondern, nicht aber)
  • Er ist müde aber er arbeitet weiter. → ✅ Er ist müde, aber er arbeitet weiter. (vor aber ist ein Komma nötig)
  • Sie bleibt zu Hause, denn ist sie krank. → ✅ Sie bleibt zu Hause, denn sie ist krank. (denn besetzt keine Position, daher steht das Subjekt direkt nach dem Komma an erster Stelle – ein weil-Satz verhält sich ganz anders und schickt das Verb stattdessen ans Satzende)

Kurzer Check

Wähle die richtige Konjunktion: aber, oder, denn oder sondern?

  1. Ich trinke keinen Kaffee, ___ Tee. (Korrektur einer Verneinung)
  2. Wir bleiben zu Hause, ___ es regnet. (Grund angeben)
  3. Er ist klein, ___ stark. (einfacher Gegensatz)
  4. Willst du Kaffee ___ Tee? (eine Wahl zwischen zwei Dingen)
Lösungen anzeigen
  1. Ich trinke keinen Kaffee, sondern Tee. (Korrektur nach Verneinung)
  2. Wir bleiben zu Hause, denn es regnet. (Grund, Wortstellung unverändert)
  3. Er ist klein, aber stark. (Gegensatz)
  4. Willst du Kaffee oder Tee? (Alternative)

Das Wichtigste in Kürze

  • Und, aber, oder, denn und sondern verbinden zwei Hauptsätze, ohne die Wortstellung zu verändern – das Verb bleibt in jedem Satz an zweiter Stelle.
  • Denn bedeutet "because", genau wie weil – aber anders als weil schickt es das Verb nie ans Satzende.
  • Sondern ersetzt aber genau dann, wenn der zweite Teil eine ausdrückliche Verneinung im ersten Teil korrigiert.
  • Vor aber, denn und sondern ist immer ein Komma nötig; vor und und oder ist es optional (aber erlaubt).