Weil und dass sind zwei der häufigsten unterordnenden Konjunktionen im Deutschen. Anders als die nebenordnenden Konjunktionen und, aber, oder, denn und sondern verändert eine unterordnende Konjunktion die Wortstellung – und zwar ziemlich drastisch: Das finite Verb wandert ganz ans Ende seines Satzes.

Kurz gesagt: Nach weil oder dass schickst du das finite Verb ganz ans Satzende, und zwischen Haupt- und Nebensatz steht immer ein Komma. Sie bleibt zu Hause, weil sie krank ist. – nicht …, weil sie ist krank.

Weil: einen Grund angeben

Weil leitet einen Grund ein, genau wie denn – aber mit völlig anderer Wortstellung:

  • Sie bleibt zu Hause, weil sie krank ist.
  • Ich lerne Deutsch, weil ich in Berlin arbeite.
  • Er kommt nicht, weil er keine Zeit hat.

Vergleiche das mit denn aus Nebenordnende Konjunktionen: Sie bleibt zu Hause, denn sie ist krank. Gleiche Bedeutung, gleicher Grund – aber denn lässt das Verb in seiner normalen zweiten Position, während weil es ganz ans Ende schickt.

(In der gesprochenen Umgangssprache hört man weil manchmal auch mit normaler Verb-Zweit-Stellung – weil sie ist krank – fast so, als wäre es denn. Das kommt in lockerer Rede vor, aber in der Schriftsprache und in sorgfältiger gesprochener Sprache wird die Verb-Letzt-Stellung erwartet, also ist das die Form, die du produzieren solltest.)

Im Englischen ändert sich nach "because" oder "that" nichts an der Wortstellung – she's staying home because she is sick sieht genauso aus wie ein einfacher Hauptsatz. Im Deutschen dagegen ist gerade diese Verschiebung des Verbs ans Satzende das auffälligste Merkmal eines Nebensatzes – und oft der Punkt, an dem englischsprachige Deutschlernende am längsten üben müssen, weil es keine englische Entsprechung dafür gibt.

Dass: einen Fakt oder eine Aussage wiedergeben

Dass leitet einen Fakt, eine Meinung oder eine Aussage ein – meist nach einem Verb wie glauben, wissen, sagen, hoffen oder einer Wendung wie es ist wichtig:

  • Ich glaube, dass er recht hat.
  • Ich weiß, dass sie in München wohnt.
  • Es ist wichtig, dass du pünktlich kommst.

Das Verb geht immer ans Ende

In einem normalen Hauptsatz steht das finite Verb an zweiter Stelle. In einem weil- oder dass-Satz wandert es stattdessen ganz ans Ende – alles andere im Satz (Subjekt, Objekte, Zeit- und Ortsangaben) bleibt in derselben relativen Reihenfolge, nur das Verb rutscht hinter alles andere:

  • Er hat keine Zeit.…, weil er keine Zeit hat.
  • Sie wohnt in München.…, dass sie in München wohnt.
  • Du kommst morgen pünktlich an.…, dass du morgen pünktlich ankommst. (bei einem trennbaren Verb finden sich beide Teile ganz am Ende wieder: an + kommstankommst)

Wenn der weil/dass-Satz zuerst kommt

Ein weil-Satz (seltener auch ein dass-Satz) kann auch am Satzanfang stehen. In diesem Fall zählt der ganze Nebensatz als erste Position des Hauptsatzes (siehe Wortstellung: das Verb an zweiter Stelle) – das Verb des Hauptsatzes steht also direkt nach dem Komma, noch vor seinem eigenen Subjekt:

  • Weil sie krank ist, bleibt sie zu Hause.
  • Weil ich in Berlin arbeite, lerne ich Deutsch.

Das Komma selbst wandert nicht – es steht immer an der Grenze zwischen den beiden Sätzen. Nur auf welcher Seite von weil/dass es steht, ändert sich: direkt davor, wenn der Nebensatz an zweiter Stelle steht, direkt danach, wenn er zuerst kommt.

Häufige Fehler

  • Sie bleibt zu Hause, weil sie ist krank. → ✅ Sie bleibt zu Hause, weil sie krank ist. (das Verb gehört ans Ende, nicht an die zweite Stelle)
  • Ich glaube dass er recht hat. → ✅ Ich glaube*,** dass er recht hat.* (zwischen den beiden Sätzen steht immer ein Komma, hier direkt vor dass)
  • Weil sie krank ist, sie bleibt zu Hause. → ✅ Weil sie krank ist, bleibt sie zu Hause. (wenn der weil-Satz zuerst kommt, steht das Verb des Hauptsatzes direkt nach dem Komma)
  • Sie bleibt zu Hause, weil sie ist krank, denn sie ist krank. → ✅ Sie bleibt zu Hause, weil sie krank ist. (die Verb-Letzt-Stellung von weil mit der normalen Stellung von denn zu vermischen ist auf diesem Niveau der häufigste Fehler)

Kurzer Check

Setze das Verb an die richtige Stelle: ans Ende, oder direkt nach dem Komma?

  1. Ich bleibe zu Hause, weil ich krank ___. (sein)
  2. Weil es regnet, ___ wir zu Hause. (bleiben)
  3. Ich weiß, dass er heute ___. (arbeiten)
  4. Sie sagt, dass sie das Buch ___. (lesen)
Lösungen anzeigen
  1. Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin. (Verb am Ende)
  2. Weil es regnet, bleiben wir zu Hause. (Verb direkt nach dem Komma, da der weil-Satz zuerst kommt)
  3. Ich weiß, dass er heute arbeitet. (Verb am Ende)
  4. Sie sagt, dass sie das Buch liest. (Verb am Ende)

Das Wichtigste in Kürze

  • Weil und dass sind unterordnende Konjunktionen: Sie schicken das finite Verb ganz ans Ende ihres Satzes.
  • Weil gibt einen Grund an, genau wie denn – aber denn lässt die Wortstellung unverändert, während weil das Verb ans Ende schickt.
  • Dass gibt einen Fakt oder eine Aussage wieder, meist nach Verben wie glauben, wissen, sagen oder Wendungen wie es ist wichtig.
  • Zwischen Haupt- und Nebensatz steht immer ein Komma – vor weil/dass, wenn der Nebensatz an zweiter Stelle steht, danach, wenn er zuerst kommt.
  • Verb-Zweit-Stellung nach weil (wie bei denn) kommt in der Umgangssprache vor, aber die Verb-Letzt-Stellung ist die Standardform.