Ein question tag ist das kleine "isn't it?" oder "don't you?", das man an das Ende einer Aussage anhängt – es macht aus You're tired die Aussage You're tired, aren't you? Meistens fragen question tags nicht wirklich etwas Neues; sie überprüfen, ob das gerade Gesagte stimmt, oder laden die andere Person ein zuzustimmen. (Mit anderer Intonation können sie aber auch eine echte Frage werden – dazu weiter unten mehr.)
Die Kurzform. Eine positive Aussage bekommt ein negatives Tag; eine negative Aussage bekommt ein positives Tag. Das Tag wiederholt das Hilfsverb der Aussage (oder do/does/did) und ihr Subjekt als Pronomen: You're tired, aren't you? · You don't smoke, do you?
Im Deutschen reicht meist ein einziges, unveränderliches Wörtchen wie oder? oder nicht wahr?, egal welches Verb im Satz steht. Im Englischen dagegen muss das Tag genau zum Hilfsverb und zum Subjekt der Aussage passen – das ist der Kern dieser Lektion.
Die Grundregel: die Polarität kippt
Die Kernregel ist einfach: Ist die Aussage positiv, ist das Tag negativ; ist die Aussage negativ, ist das Tag positiv.
- The film was good, wasn't it? (positive Aussage → negatives Tag)
- The film wasn't very good, was it? (negative Aussage → positives Tag)
Im Standardmuster für Nachfragen/Zustimmung wechselt die Polarität meistens: ✅ You're coming, aren't you? statt You're coming, are you? – dieser zweite Satz ist grammatisch korrekt, klingt für diese alltägliche Bedeutung aber seltsam. Ein Tag mit gleicher Polarität wie in diesem zweiten Beispiel gibt es im Englischen zwar auch, es drückt dann aber etwas anderes aus – Überraschung oder eine Reaktion auf eine Neuigkeit –, das ist also ein eigenes Thema.
Welches Verb ins Tag gehört
Das Tag greift das Hilfsverb oder Modalverb auf, das schon in der Aussage steht – have, can, will, should und so weiter. Das Verb be funktioniert genauso, egal ob es Hilfsverb ist (is studying) oder das Hauptverb des Satzes (was good):
- She is studying medicine, isn't she?
- They have finished, haven't they?
- We can park here, can't we?
- You will call me, won't you?
Hat die Aussage kein Hilfsverb – ein gewöhnliches Verb im Present Simple oder Past Simple –, leiht sich das Tag do/does/did, genau wie eine normale Frage:
- You like coffee, don't you? (Present Simple, kein Hilfsverb → do/does)
- She works from home, doesn't she?
- They arrived late, didn't they? (Past Simple → did)
| Die Aussage enthält | Das Tag verwendet |
|---|---|
| be (is/are/was/were) | be |
| have (Perfektformen) | have/has/had |
| ein Modalverb (can, will, should…) | dasselbe Modalverb |
| ein gewöhnliches Verb, kein Hilfsverb | do/does/did |
Ein Verb verdient einen genaueren Blick: have. In Perfektformen ist es ein Hilfsverb und bleibt im Tag (They've finished, haven't they?), bedeutet have aber Besitz, behandeln viele Sprecher – besonders im amerikanischen Englisch – es wie ein gewöhnliches Verb und verwenden do/does/did: She has a car, doesn't she? Im britischen Englisch hört man bei Besitz auch hasn't she? – beide Formen lohnt es sich zu kennen. Bei have got bleibt have/has: She's got a car, hasn't she?
Das Subjekt wird zum Pronomen
Das Subjekt des Tags ist meist ein Pronomen, das zum Subjekt der Aussage passt – nie wieder das ganze Nomen:
- Your sister called, didn't she? – nie ❌ didn't your sister?
- The keys are on the table, aren't they? (Plural → they)
- Tom and Ana are coming, aren't they? (mehr als eine Person → they)
Bei existenzialem there is/are (siehe unten) bleibt im Tag there stehen, statt zu einem Pronomen zu wechseln.
Sonderfälle
Ein paar Aussagen folgen nicht dem einfachen Muster oben und lohnen sich als feste Formen zu lernen:
- I am → aren't I? I'm right, aren't I? (die logische Form wäre amn't I, aber das Standardenglisch verwendet sie nicht)
- Let's → shall we? Let's go, shall we?
- Ein Imperativ nimmt meistens will you? (Close the door, will you?), mit weicheren Varianten wie would you?, can you? oder could you? für eine Bitte, und won't you? für eine freundliche Einladung: Have some more cake, won't you? Auch ein negativer Imperativ nimmt meist will you?: Don't forget, will you?
- There is/are/was/were und there has/have been behalten alle there im Tag: There's a problem, isn't there? · There aren't any tickets left, are there? · There was a delay, wasn't there? · There have been complaints, haven't there?
- Eine Aussage mit einem negativen Wort (nobody, nothing, never, no one, hardly) zählt schon als negativ, das Tag ist also positiv: Nobody called, did they? · Nothing happened, did it? · You never eat meat, do you? Wörter wie nobody, no one, everybody, everyone, someone sind nicht zwangsläufig selbst negativ, aber wenn sie das Subjekt sind, ist das Pronomen im Tag meist they: Nobody called, did they? (negative Aussage → positives Tag) · Everybody is ready, aren't they? (positive Aussage → negatives Tag, wie bei jedem anderen Subjekt auch).
Nachfragen oder wirklich fragen: was die Stimme macht
Die Wörter im Tag bleiben gleich, egal ob man wirklich unsicher ist oder nur um Zustimmung bittet – der Unterschied liegt in der Intonation:
- Fallende Intonation (die Stimme sinkt am Tag) = man ist sich ziemlich sicher und bestätigt eigentlich nur oder lädt zur Zustimmung ein: It's a beautiful day, isn't it? ↘
- Steigende Intonation (die Stimme geht am Tag nach oben) = man ist wirklich unsicher und fragt tatsächlich: You locked the door, didn't you? ↗ (man will es wirklich wissen)
Beide verwenden genau dieselbe Grammatik – die Intonation trägt die zusätzliche Bedeutung, und in geschriebenem Text sehen die beiden Verwendungen meist gleich aus.
Typische Fehler
- ❌ You're coming, are you? → ✅ You're coming, aren't you? (für diese alltägliche Bestätigungsbedeutung braucht eine positive Aussage ein negatives Tag)
- ❌ She doesn't like tea, doesn't she? → ✅ She doesn't like tea, does she? (negative Aussage braucht ein positives Tag)
- ❌ Your parents are here, isn't it? → ✅ Your parents are here, aren't they? (das Pronomen muss zum Subjekt passen, nicht automatisch it)
- ❌ You speak French, isn't it? → ✅ You speak French, don't you? (kein Hilfsverb in der Aussage → do/does/did, nicht is/isn't)
- ❌ I am right, amn't I? → ✅ I am right, aren't I? (die feste Form nach I am)
Kurzcheck
Versuch, das passende Tag zu ergänzen:
- You've met my brother, ____?
- She isn't from here, ____?
- Let's have lunch, ____?
- There aren't any tickets left, ____?
- Tom can drive, ____?
- Nobody saw the accident, ____?
Antworten anzeigen
- haven't you (positiv, have → negatives Tag mit have) 2. is she (negative Aussage → positives Tag) 3. shall we (feste Form nach Let's) 4. are there (negatives there aren't → positives Tag) 5. can't he (positiv, Modalverb can → negatives Tag mit can) 6. did they (nobody ist schon negativ → positives Tag, Pronomen they)
Das Wichtigste in Kürze
- Positive Aussage → negatives Tag; negative Aussage → positives Tag.
- Das Tag greift das eigene Hilfsverb oder Modalverb der Aussage auf (be, have, can, will…); ohne Hilfsverb leiht es sich do/does/did.
- Das Subjekt des Tags ist meist ein Pronomen, das zum Subjekt der Aussage passt, nie wieder das Nomen (außer bei there is/are, das there behält).
- Es hilft, die festen Sonderfälle zu kennen: aren't I, shall we (nach Let's), will you (nach einem Imperativ) und isn't/aren't/wasn't/weren't/haven't there.
- Eine Aussage mit einem negativen Wort (nobody, never, nothing…) ist schon negativ, ihr Tag ist also positiv.
- Die Grammatik eines Tags ändert sich nicht zwischen Nachfragen und wirklichem Fragen – nur die Intonation (fallend vs. steigend).