Manche Dinge gehören der Vergangenheit an — ein Hobby aus der Kindheit, ein Job, den du nicht mehr hast, eine Stadt, in der du früher gelebt hast. Das Englische hat eine eigene Konstruktion genau dafür: used to + Grundform. Sie signalisiert klar, dass etwas regelmäßig passiert ist oder eine Zeit lang wahr war, aber jetzt nicht mehr gilt.
Kurzform: Subjekt + used to + Grundform → I used to play football. She used to live here.
Was used to ausdrückt
Used to deckt zwei Arten von vergangenen Situationen ab:
Vergangene Gewohnheiten — wiederholte Handlungen oder Routinen, die nicht mehr stattfinden:
- I used to walk to school every day. (I don't now)
- We used to meet every Friday. (we don't any more)
- He used to smoke. (he has stopped)
Vergangene Zustände — Situationen oder Zustände, die eine Zeit lang bestanden, sich aber verändert haben:
- She used to be very shy. (she isn't now)
- They used to live in Paris. (they live somewhere else now)
- I used to love spicy food. (my tastes have changed)
Die Kernidee ist der Kontrast zur Gegenwart: used to impliziert immer „aber jetzt ist es anders".
Im Deutschen reicht oft eine Vergangenheitsform plus früher oder damals: Früher bin ich jeden Tag zur Schule gelaufen. Im Englischen drückt used to diesen Gegensatz zur Gegenwart direkt aus — ein zusätzliches Wort wie früher ist normalerweise nicht nötig.
Bildung von used to
Die Form ist used to + Grundform (Infinitiv ohne to). Sie ändert sich weder nach Person noch nach Numerus:
| Subjekt | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| I / he / she / it | used to + Verb | He used to work nights. |
| you / we / they | used to + Verb | They used to have a dog. |
Used to ist ein fester Ausdruck für die Vergangenheit: er ändert sich nicht nach Person, und Verneinung und Fragen werden normalerweise mit did gebildet. Es gibt kein Präsensäquivalent (I use to… ist kein Standard-Englisch).
Nicht verwechseln: used to + Grundform vs. be used to + Nomen / -ing:
- I used to get up early. = Früher habe ich das gemacht, jetzt nicht mehr.
- I*'m used to** getting up early.* = Es fühlt sich für mich normal an. Das sind zwei verschiedene Strukturen mit verschiedenen Bedeutungen.
Verneinung: didn't use to
Für die Verneinung wird didn't hinzugefügt und das -d von used weggelassen:
didn't use to + Grundform
- I didn't use to like vegetables. (but now I do)
- She didn't use to go to the gym. (now she does)
- We didn't use to have a car. (now we do)
Die sicherste und am weitesten verbreitete Schriftform ist didn't use to — didn't trägt bereits die Vergangenheit, das -d entfällt daher bei use. Die Form didn't used to kommt im Sprachgebrauch vor (da use to und used to gleich ausgesprochen werden), ist aber keine Standardschreibung.
Fragen: Did … use to?
Für eine Frage wird Did + Subjekt + use to + Grundform verwendet:
- Did you use to play an instrument?
- Did she use to live near here?
- What did you use to do at weekends?
Kurzantworten: Yes, I did. / No, I didn't.
Die sicherste Schriftform ist Did … use to? — did signalisiert bereits die Vergangenheit, das -d entfällt bei use.
Used to vs. simple past
Beide beschreiben vergangene Situationen, aber used to fügt die Idee der Wiederholung oder Dauer hinzu und impliziert, dass es aufgehört hat:
| Simple past | Used to |
|---|---|
| I walked to school. (einmal oder öfter — neutral) | I used to walk to school. (regelmäßige Routine, jetzt vorbei) |
| She lived in Rome. (Tatsache, kein Kommentar zur Gegenwart) | She used to live in Rome. (impliziert: tut sie jetzt nicht mehr) |
Wenn du die Gesamtzahl der Ereignisse im gesamten vergangenen Zeitraum nennst, nimm das simple past: ✅ I visited Rome three times. Aber used to ist in Ordnung mit Häufigkeitsangaben: ✅ I used to visit Rome three times a year.
Bei einem einmaligen vergangenen Ereignis ist nur das simple past möglich: ✅ I met her in 2015. (nicht used to meet — es war keine wiederholte Gewohnheit)
Used to vs. would
Bei vergangenen Gewohnheiten (wiederholten Handlungen) ist would in Erzählungen und Erinnerungen eine Alternative, besonders wenn der vergangene Kontext bereits klar ist:
- Every summer we would rent a cottage by the lake.
- He would always bring flowers on Fridays.
Would wird normalerweise nicht für einen dauerhaften vergangenen Zustand verwendet — Besitz, Wissen oder allgemeines Empfinden. Für B1-Lernende gilt als sichere Regel: used to für vergangene Zustände verwenden:
- ✅ She used to be very shy. = ein allgemeiner vergangener Zustand. She would be very shy braucht einen Kontext mit Wiederholung, z. B. Whenever guests came, she would be very shy.
- ✅ We used to have a garden. ❌ We would have a garden. (klingt konditional)
Sichere Regel: used to funktioniert für Gewohnheiten und Zustände; would für wiederholte vergangene Handlungen und Verhaltensweisen.
Häufige Fehler
- ❌ I use to work there. → ✅ I used to work there. (Bejahung immer mit -d)
- ❌ I didn't used to smoke. → ✅ I didn't use to smoke. (-d nach didn't weglassen)
- ❌ Did she used to live here? → ✅ Did she use to live here? (-d nach did weglassen)
- ❌ I used to meet her three times. → ✅ I met her three times. wenn du insgesamt dreimal meinst; ✅ I used to meet her three times a week. = regelmäßige vergangene Gewohnheit
- ❌ She would be my best friend. → ✅ She used to be my best friend. (would kann used to bei Zustandsverben nicht ersetzen)
Schnelltest
Welche Form passt?
- I ____ (use to / used to) ride my bike to work.
- She ____ (didn't use to / didn't used to) like horror films.
- ____ (Did he use to / Did he used to) play football as a child?
- When I was little, every evening my grandfather ____ (used to / would) sit by the fire and read. (beide möglich — warum?)
- We ____ (used to / would) have a cat when I was little. (welche ist richtig — warum?)
Antworten anzeigen
- used to (Bejahung behält das -d)
- didn't use to (kein -d nach didn't)
- Did he use to (kein -d nach did)
- beide used to und would — es ist eine wiederholte Handlung, also funktionieren beide
- nur used to — have (Besitz) ist ein Zustandsverb, also ist would hier nicht möglich
Zusammenfassung
- Used to + Grundform beschreibt vergangene Gewohnheiten und Zustände, die nicht mehr zutreffen — impliziert immer einen Kontrast zur Gegenwart.
- Die Form ändert sich nie nach Person: I / she / they used to…
- Verneinung: didn't use to (kein -d bei use). Fragen: Did … use to?
- Für vergangene Gewohnheiten ist would in Erzählungen eine Alternative — aber used to ist die einzige Option für vergangene Zustände (be, have, love…).
- Das simple past ist richtig für ein einmaliges Ereignis oder eine angegebene Gesamtzahl von Ereignissen — aber used to ist in Ordnung bei Häufigkeitsangaben.