Sechs kleine Wörter erledigen im Alltagsdeutsch das meiste, wenn es um Ort und Zeit geht: aus, nach, in, bei, um und am. Statt einer einzigen Grammatikregel kannst du sie dir als Antworten auf vier praktische Fragen merken: woher jemand kommt, wo jemand ist, wohin jemand geht, und wann etwas passiert.

Kurz gesagt: aus = woher · nach/in = wohin · in/bei = wo · um = Uhrzeit · am = Tag/Datum.

Woher jemand kommt: aus

Aus sagt, woher jemand oder etwas stammt. Bei einem Land- oder Städtenamen brauchst du keinen Artikel:

  • Ich komme aus Deutschland.
  • Sie kommt aus Berlin.

Ein paar Ländernamen haben einen Artikel – die Schweiz, die Türkei, die USA – und nach aus brauchen sie die Dativform davon: Ich komme aus der Schweiz. / Ich komme aus der Türkei. / Ich komme aus den USA (die USA ist Plural, deshalb der Dativ-Plural-Artikel den). Auf A1-Niveau brauchen die meisten Länder, die du nennst (Deutschland, Russland, Frankreich, Japan, China …), gar keinen Artikel – behandle die artikelhaltigen also als Ausnahmen, die du erkennen solltest, nicht als Standardmuster.

Wohin jemand geht: nach und in

Bei einer Stadt oder einem Land ohne Artikel nimmst du nach:

  • Ich fahre nach Berlin.
  • Wir fliegen nach Japan.

Bei einem Gebäude, Raum oder anderen Ort mit Artikel – auch bei den artikelhaltigen Ländern oben – nimmst du in, und hier verhält es sich genau wie der Akkusativ, den du schon kennst, weil eine Bewegung in etwas hinein den Akkusativ verlangt:

  • Ich gehe in den Park. — maskulin, derden
  • Ich gehe in die Schule. — feminin, unverändert
  • Ich gehe ins Kino. — sächlich, in das verschmilzt zu ins
  • Ich fahre in die Schweiz. — dasselbe Akkusativmuster, nicht nach

Das ist dieselbe Änderung nur im Maskulinum, die du schon von jedem anderen Akkusativartikel kennst – in fügt beim Neutrum nur die Verschmelzung ins hinzu, rein aus Aussprachegründen. In + Akkusativ ist das Muster für eine Bewegung in etwas hinein – viele andere Ziele nutzen andere Präpositionen, die du separat lernen wirst (zum Bahnhof, zur Arbeit, zum Arzt) – geh also nicht davon aus, dass in automatisch für jedes „wohin" passt.

Wo jemand ist: in und bei

Sobald du schon an einem Ort bist, statt dorthin unterwegs zu sein, wechselt Deutsch nach in zu einem anderen Fall – dem Dativ –, den du später ausführlich lernst. Für jetzt merke dir die zwei gängigen Muster als feste Wendungen:

  • Ich bin im Büro.in dem verschmilzt zu im, für Maskulinum und Neutrum
  • Ich bin in der Schule. — feminin, in der

Vergleiche das Paar direkt: ✅ Ich gehe in die Schule (dorthin unterwegs, Akkusativ) vs. ✅ Ich bin in der Schule (schon dort, Dativ) – dasselbe Gebäude, andere Form, weil das eine eine Bewegung beschreibt und das andere einen festen Ort.

Bei nimmt ebenfalls den Dativ und drückt aus, dass du bei einer Person, zu Hause bei jemandem oder bei einem Termin bist – bei mir (bei mir zu Hause), bei meiner Familie, beim Arzt (bei dem verschmilzt zu beim). Es ist aber kein allgemeines Wort für „an einem Ort" – für einen Ort wie die Schule bleibst du bei in: in der Schule, nicht bei der Schule.

  • Ich bin bei meiner Familie.
  • Wir treffen uns bei mir.

Wann etwas passiert: um und am

Bei einer Uhrzeit nimmst du um:

  • Der Zug kommt um neun Uhr.
  • Treffen wir uns um acht?

Bei einem Wochentag, den meisten Tageszeiten oder einem Datum nimmst du am – selbst eine Verschmelzung aus an dem:

  • Ich arbeite am Montag.
  • Wir treffen uns am Vormittag.
  • Sie kommt am dritten Mai.

Die Ausnahme ist die Nacht, die stattdessen in der Nacht verwendet – ✅ in der Nacht, nicht ❌ am Nacht. (Für gewohnheitsmäßige Tageszeiten – „morgens", als regelmäßige Sache – hat Deutsch auch einwortige Adverbien wie morgens, abends; das ist ein Detail für später, nicht das am-Muster oben.)

Bei einem Monat oder einer Jahreszeit nimmt Deutsch im (dieselbe Verschmelzung aus in dem, die du oben schon kennengelernt hast) statt am:

  • Mein Geburtstag ist im Mai.
  • Es ist kalt im Winter.

Häufige Fehler

  • Ich komme aus der Deutschland. → ✅ Ich komme aus Deutschland. – die meisten Ländernamen haben gar keinen Artikel; nur wenige (wie die Schweiz) haben einen
  • Wenn du „ich gehe zur Schule" meinst: ❌ Ich gehe in der Schule. → ✅ Ich gehe in die Schule. – eine Bewegung in etwas hinein ist Akkusativ, nicht Dativ; in der Schule bedeutet eigentlich „innerhalb der Schule herumgehen"
  • Ich bin in die Schule. → ✅ Ich bin in der Schule. – der umgekehrte Fehler: schon an einem Ort zu sein ist Dativ, nicht Akkusativ
  • Wenn du „ich fahre nach Berlin" meinst: ❌ Ich fahre in Berlin. → ✅ Ich fahre nach Berlin. – Städte und Länder nehmen nach, nicht in, für „wohin"; Ich fahre in Berlin bedeutet eigentlich „ich fahre innerhalb Berlins herum"
  • Wir treffen uns in Montag. → ✅ Wir treffen uns am Montag. – Wochentage nehmen am, nicht in

Kurzer Check

Ergänze die richtige Präposition (und, wo nötig, die Artikelform).

  1. Ich komme ____ Russland. (Herkunft)
  2. Wir fahren ____ Paris. (Ziel, Stadt)
  3. Er ist ____ (in) Büro. (schon dort, sächlich)
  4. Ich gehe ____ (in) Park. (dorthin unterwegs, maskulin)
  5. Der Film beginnt ____ acht Uhr. (Uhrzeit)
  6. Sie kommt ____ Freitag. (Wochentag)
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  1. Ich komme aus Russland.
  2. Wir fahren nach Paris.
  3. Er ist im Büro.
  4. Ich gehe in den Park.
  5. Der Film beginnt um acht Uhr.
  6. Sie kommt am Freitag.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus sagt, woher jemand kommt – meist ohne Artikel bei einem Land- oder Städtenamen.
  • Nach ist für ein Ziel bei einer Stadt oder einem Land (ohne Artikel); in + Akkusativ ist für eine Bewegung in ein Gebäude oder einen Ort hinein (in den/die/ins).
  • In + Dativ ist dafür, schon an einem Ort zu sein (im, in der); bei + Dativ ist dafür, bei einer Person, bei ihr zu Hause oder bei einem Termin zu sein (bei mir, beim Arzt) – kein allgemeines Wort für „an einem Ort".
  • Um leitet eine Uhrzeit ein; am (aus an dem) leitet einen Wochentag, die meisten Tageszeiten oder ein Datum ein – außer die Nacht, die in der Nacht verwendet.
  • Im (aus in dem) leitet auch einen Monat oder eine Jahreszeit ein: im Mai, im Winter.
  • Gängige Verschmelzungen zum Wiedererkennen: ins (in das), im (in dem), beim (bei dem), am (an dem).