Um zu sagen, wozu etwas dient — das Ziel hinter einer Handlung —, hat das Deutsche zwei Strukturen. um … zu + Infinitiv, wenn die Person dieselbe bleibt: Ich spare Geld*, um ein Auto zu kaufen***. damit + Nebensatz, wenn eine andere Person beteiligt ist: Ich gebe dir Geld*, damit du ein Auto kaufst***.
Kurz gesagt: gleiches Subjekt in beiden Teilen → meist um … zu (Ich lerne Deutsch, um in Wien zu studieren). Verschiedene Subjekte → damit (Ich spreche langsam, damit du mich verstehst). Beide brauchen ein Komma vor um / damit, und im damit-Satz steht das Verb am Ende.
um … zu
um eröffnet einen subjektlosen Infinitivsatz; das zu + Infinitiv schließt ihn. Der Handelnde ist das Subjekt des Hauptsatzes.
- Sie steht früh auf*, um zu joggen**.*
- Ich rufe an*, um einen Termin zu machen**.*
- Wir nehmen ein Taxi*, um pünktlich zu sein**.*
Bei einem trennbaren Verb steht zu im Verb — um aufzustehen, um einzukaufen. Der um-Satz kann auch vorangehen; dann beginnt der Hauptsatz mit seinem Verb:
- Um Zeit zu sparen, nehme ich das Rad.
damit
damit ist eine unterordnende Konjunktion, also steht das Verb am Ende seines Satzes — wie bei weil und dass:
- Ich schreibe es auf*, damit ich es nicht vergesse**.*
- Sie erklärt es noch mal*, damit alle es verstehen**.*
- Ich mache das Fenster zu*, damit es nicht so laut ist**.*
damit ist bei jedem Subjekt möglich, auch beim selben — aber bei gleichem Subjekt ist um … zu die natürlichere Wahl.
Im Englischen steht für den Zweck oft nur to + Infinitiv (I came to help) — dieselbe Form wie beim reinen Infinitiv. Das Deutsche verlangt hier ausdrücklich um: Ich bin gekommen*, um zu helfen***. Dem englischen so (that)-Satz für ein anderes Subjekt entspricht damit, aber mit dem Verb am Satzende.
Welche Form wann
| gleiches Subjekt | anderes Subjekt | |
|---|---|---|
| um … zu | ✅ Ich lerne Deutsch, um in Wien zu studieren. | — (keine Subjektstelle) |
| damit | möglich, aber umständlich | ✅ Ich helfe dir, damit du schneller fertig bist. |
- Ich beeile mich*, um den Zug zu erreichen**.* — …, damit ich den Zug erreiche ist auch korrekt, bei gleichem Subjekt nur weniger knapp
- ✅ Ich wecke dich früh*, damit du den Zug erreichst**.* — ❌ nicht …, um den Zug zu erreichen, das würde bedeuten, dass ich den Zug erreiche
Zweck ist kein weil-Grund
um … zu / damit nennen ein Ziel — etwas, das noch nicht wahr ist. weil nennt eine Ursache — etwas, das schon der Fall ist:
- Ich nehme einen Schirm*, weil es regnet**.* (Ursache — es regnet jetzt)
- Ich nehme einen Schirm*, um nicht nass zu werden**.* (Ziel — trocken bleiben)
Für einen Zweck als Nomen nimmt man für: Ich lerne Deutsch für meine Arbeit — aber Ich lerne Deutsch*, um zu arbeiten*** mit einem Verb.
Modalverben
In der um … zu-Konstruktion ist kein Platz für ein konjugiertes Modalverb, also wird „um … zu können / zu dürfen“ ans Ende gestellt — oft ist es leichter, das Modalverb wegzulassen oder zu damit zu wechseln:
- Ich spare*, um mir eine Reise leisten zu können**.* (oder einfach …, um mir eine Reise zu leisten)
- Ich erkläre es*, damit du es machen kannst**.*
Häufige Fehler
- ❌ Ich lerne Deutsch, um ich in Wien studiere → ✅ …, um in Wien zu studieren (um nimmt einen zu-Infinitiv, kein Subjekt + Verb)
- ❌ Ich lerne Deutsch um zu arbeiten → ✅ Ich lerne Deutsch*, um zu arbeiten*** (Komma vor um)
- ❌ Ich gebe dir den Schlüssel, um du reinkommst → ✅ …, damit du reinkommst (anderes Subjekt → damit)
- ❌ …, damit alle verstehen es → ✅ …, damit alle es verstehen (Verb am Ende im damit-Satz)
- ❌ Ich fahre hin, für meine Eltern zu besuchen → ✅ …, um meine Eltern zu besuchen (für + Verb drückt keinen Zweck aus; nimm um … zu)
- ❌ …, um zu Deutsch sprechen → ✅ …, um Deutsch zu sprechen (zu steht direkt vor dem Infinitiv, am Ende)
Kurzer Check
Setze um … zu oder damit ein (und die richtige Form).
- Ich stelle den Wecker, ___ ich nicht verschlafe.
- Sie geht ins Ausland, ___ eine neue Sprache ___ (lernen).
- Ich schicke dir die Adresse, ___ du uns ___ (finden).
- Wir sind früh losgefahren, ___ den Stau ___ (vermeiden).
- Er trainiert jeden Tag, ___ einen Marathon ___ (laufen).
Antworten anzeigen
- Ich stelle den Wecker, damit ich nicht verschlafe. (nach der Lücke folgt ein ganzer Satz ich … verschlafe → damit; mit einem zu-Infinitiv hieße es um nicht zu verschlafen)
- Sie geht ins Ausland, um eine neue Sprache zu lernen.
- Ich schicke dir die Adresse, damit du uns findest.
- Wir sind früh losgefahren, um den Stau zu vermeiden.
- Er trainiert jeden Tag, um einen Marathon zu laufen.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Zweck = um … zu + Infinitiv (gleiches Subjekt) oder damit + Nebensatz (Verb am Ende, jedes Subjekt).
- Gleiches Subjekt → meist um … zu (damit geht auch, ist aber umständlicher); anderes Subjekt → damit.
- Immer ein Komma vor um / damit; bei um … zu steht der zu-Infinitiv am Ende (und zu im trennbaren Verb).
- Zweck (ein Ziel, noch nicht wahr) ≠ ein weil-Grund (schon der Fall).
- Ein Zweck-Nomen nimmt für, ein Zweck-Verb um … zu.
- um … zu kann kein konjugiertes Modalverb enthalten — nimm … zu können am Ende, lass das Modalverb weg oder wechsle zu damit.