Für eine Frage, die man einfach mit ja oder nein beantwortet, braucht man im Deutschen gar kein Fragewort – nur eine kleine Änderung der Wortstellung.

Kurz gesagt: Verb zuerst – in einem einfachen Aussagesatz mit Subjekt an erster Stelle rückt das konjugierte Verb auf Position 1, und das Subjekt folgt direkt danach.

Das Verb nach vorne stellen

Hier steht ein Aussagesatz neben der daraus gebildeten Ja/Nein-Frage:

Aussagesatz Ja/Nein-Frage
Du wohnst in Berlin. Wohnst du in Berlin?
Er kommt heute. Kommt er heute?
Die Kinder lernen Deutsch. Lernen die Kinder Deutsch?
Das ist dein Buch. Ist das dein Buch?

Das konjugierte Verb, das in einem Aussagesatz mit Subjekt an erster Stelle normalerweise an zweiter Stelle steht, rückt einfach auf die erste Position. Das Subjekt, das vorher davor stand, folgt jetzt direkt danach, und der Rest des Satzes behält seine Reihenfolge:

  • Du wohnst in Berlin.Wohnst du in Berlin?
  • Er kommt heute.Kommt er heute?
  • Die Kinder lernen Deutsch.Lernen die Kinder Deutsch?

Beginnt ein Aussagesatz mit etwas anderem als dem Subjekt (Heute kommt er), wird nicht mechanisch jedes Wort verschoben – die Ja/Nein-Frage wird trotzdem nach demselben Muster gebildet: konjugiertes Verb zuerst, dann das Subjekt, dann der Rest (Kommt er heute?, nicht Kommt heute er?).

Es gibt kein zusätzliches Hilfswort – ✅ Wohnst du in Berlin?, nie ❌ Machst du in Berlin wohnen? Das Deutsche hat keine Entsprechung zum englischen „do/does“ für Fragen; das Verb selbst rückt einfach nach vorne.

Anders als im Englischen brauchst du im Deutschen kein do/does für Ja/Nein-Fragen: Das konjugierte Verb selbst rückt nach vorn.

Antworten: ja, nein oder doch

Die beiden Grundantworten sind unkompliziert:

  • Wohnst du in Berlin?Ja, ich wohne in Berlin.
  • Wohnst du in Berlin?Nein, ich wohne in Hamburg.

Das Deutsche hat ein drittes Antwortwort, das man früh kennen sollte: doch. Es wird speziell verwendet, um einer verneinten Frage zu widersprechen – um auf eine Frage mit nicht oder kein mit „doch, eigentlich schon“ zu antworten:

  • Wohnst du nicht in Berlin?Doch, ich wohne in Berlin.
  • Wohnst du nicht in Berlin?Nein, ich wohne nicht in Berlin. — um der Verneinung zuzustimmen, wird ganz normal nein verwendet.

Ein einfaches ja würde hier für Verwirrung sorgen, da es so klingen könnte, als würde man der Verneinung zustimmen („ja, stimmt, ich wohne nicht dort“). Doch signalisiert klar: „eigentlich ist das Gegenteil der Fall“ – genau dafür gibt es dieses Wort.

Ja/Nein-Fragen mit Modalverben und trennbaren Verben

Dieselbe Regel gilt unabhängig davon, um welche Verbart es geht – nur der konjugierte Teil rückt nach vorne, und alles, was zurückbleibt (ein Infinitiv, ein trennbares Präfix), bleibt genau wie im Aussagesatz am Ende:

  • Du kannst gut Deutsch sprechen.Kannst du gut Deutsch sprechen?
  • Du stehst früh auf.Stehst du früh auf?

Häufige Fehler

  • ⚠️ Du wohnst in Berlin? ist in der Umgangssprache möglich, mit steigender Intonation als kurze Nachfrage, aber die neutrale Standard-Ja/Nein-Frage stellt das Verb an den Anfang: ✅ Wohnst du in Berlin?
  • Machst du in Berlin wohnen? → ✅ Wohnst du in Berlin? (es gibt im Deutschen kein Hilfsverb wie „do/does“ – das Hauptverb selbst rückt auf die erste Position)
  • Ja, ich wohne in Berlin. als Antwort auf Wohnst du nicht in Berlin?, wenn die eigentliche Antwort „doch, ich wohne dort“ lautet → ✅ Doch, ich wohne in Berlin. (ein einfaches ja klingt hier verwirrend nach Zustimmung zur Verneinung – doch ist genau für diesen Widerspruch gemacht)

Kurzer Check

Kannst du diese Aussagesätze in Ja/Nein-Fragen umwandeln?

  1. Du kommst heute.
  2. Er ist müde.
  3. Die Kinder spielen Fußball.
  4. Du kannst schwimmen.
Antworten anzeigen
  1. Kommst du heute?
  2. Ist er müde?
  3. Spielen die Kinder Fußball?
  4. Kannst du schwimmen?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Ja/Nein-Frage stellt das konjugierte Verb ganz an den Anfang – kein Fragewort, kein zusätzliches Hilfsverb wie das englische „do/does“.
  • Das Subjekt, das im Aussagesatz vor dem Verb stand, folgt jetzt direkt danach; der Rest behält seine Reihenfolge.
  • Antworten mit ja, nein oder doch (um einer verneinten Frage zu widersprechen).
  • Die Regel gilt für jede Verbart: Bei Modalverben und trennbaren Verben rückt nur der konjugierte Teil nach vorne, genau wie im Aussagesatz.