Um zwei Personen oder Dinge zu vergleichen, greift man im Deutschen nicht zu einem eigenen Wort wie im Englischen zu more – man hängt einfach -er ans Ende des Adjektivs an, egal wie lang das Adjektiv ist.

Kurz gesagt: Adjektiv + -er + als = Komparativ; als entspricht dem englischen than. schnell → schneller als (schneller als).

Das Grundmuster

Man nimmt das reine Adjektiv, hängt -er an und lässt den Vergleich mit als folgen:

  • schnell → schnellerEr ist schneller als ich.
  • klein → kleinerDiese Wohnung ist kleiner als meine.
  • interessant → interessanterDas Buch ist interessanter als der Film.

Selbst ein langes Adjektiv wie interessant bekommt einfach -er – ✅ interessanter, nie ❌ mehr interessant.

Auch im Englischen gibt es diesen Wechsel zwischen Endung und eigenem Wort: kurze Adjektive bekommen -er (faster), bei längeren wechselt man zu more (more interesting) statt zu einer Endung. Im Deutschen gibt es diesen Wechsel nicht – hier bekommt jedes Adjektiv, egal wie lang, immer -er, nie ein separates Wort wie mehr.

Adjektive auf -el, -er, -en: ein Buchstabe fällt weg oder bleibt

Bei manchen Endungen ändert sich beim Anhängen von -er noch etwas an der Schreibung:

  • -el verliert sein eigenes e: dunkel → dunkler (nicht dunkeler), edel → edler
  • Bei manchen Adjektiven, die schon auf -er enden, fällt das unbetonte e oft ebenfalls weg: teuer → teurer (statt teuerer), sauer → saurer
  • -en bleibt unverändert: offen → offener

Der Umlaut im Komparativ

Viele gebräuchliche, meist kurze Adjektive mit dem Stammvokal a, o oder u bekommen im Komparativ zusätzlich zur -er-Endung einen Umlaut:

Adjektiv Komparativ
alt älter
jung jünger
groß größer
kalt kälter
warm wärmer
lang länger
kurz kürzer
stark stärker
klug klüger
gesund gesünder

Es gibt keine allgemeine Regel, die vorhersagt, welche Adjektive den Umlaut bekommen – man muss sie einzeln lernen, auch wenn diese Liste die gängigsten auf diesem Niveau abdeckt. Die meisten anderen Adjektive mit a, o oder u bekommen einfach -er, ohne Umlaut, z. B. toll → toller, froh → froher.

Unregelmäßige Komparative

Ein paar sehr gebräuchliche Adjektive (und ein Adverb) folgen dem -er-Muster nicht einfach so und müssen als eigene Formen gelernt werden. Zwei sind völlig unregelmäßig und werden durch ein ganz anderes Wort ersetzt: gut → besser, viel → mehr. Die übrigen behalten -er, ändern aber den Stamm: hoch → höher, nah → näher, gern → lieber.

  • Dieser Kaffee ist besser als der andere.
  • Ich trinke lieber Tee als Kaffee.

Wie und als nicht verwechseln

Nach einer Komparativform steht immer als, nie wie. (Gleichheit – dass zwei Dinge genau gleich sind – funktioniert nach einem ganz anderen Muster, so ... wie, das in einer eigenen Lektion behandelt wird: Gleichheitsvergleiche mit „so... wie".)

  • Sie ist größer als ich. – Komparativ, als
  • Sie ist größer wie ich. – ein verbreiteter umgangssprachlicher Fehler, hier ist wie falsch

Vor einem Nomen gelten weiterhin die normalen Adjektivendungen

Steht ein Komparativ direkt vor einem Nomen, braucht er zusätzlich zu -er noch die normale attributive Adjektivendung – dieses Endungssystem gehört selbst zu einer eigenen Lektion, aber der Komparativ fügt sich genau wie jedes andere Adjektiv dort ein:

  • der schnellere Zug
  • ein schnelleres Auto

Häufige Fehler

  • Er ist alter als ich. → ✅ Er ist älter als ich. (Umlaut fehlt – alt braucht im Komparativ einen)
  • Das ist mehr interessant als das andere. → ✅ Das ist interessanter als das andere. (deutsche Adjektive bekommen immer -er, nie ein separates mehr)
  • Sie ist größer wie ich. → ✅ Sie ist größer als ich. (nach einem Komparativ steht als, nicht wie)
  • Das ist guter als das andere. → ✅ Das ist besser als das andere. (gut ist unregelmäßig – besser, nicht guter)

Kurzer Check

Bilde die richtige Komparativform und vervollständige den Satz.

  1. alt → Mein Bruder ist ____ als ich.
  2. gut → Dieser Film ist ____ als der letzte.
  3. interessant → Diese Geschichte ist ____ als die andere.
  4. hoch → Der Berg ist ____ als der Turm.
Antworten anzeigen
  1. Mein Bruder ist älter als ich. (Umlaut: alt → älter)
  2. Dieser Film ist besser als der letzte. (unregelmäßig: gut → besser)
  3. Diese Geschichte ist interessanter als die andere. (regelmäßig -er, kein mehr)
  4. Der Berg ist höher als der Turm. (unregelmäßig: hoch → höher)

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Den Komparativ bildet man mit -er am Adjektiv, egal wie lang es ist – das Deutsche wechselt nie zu einem separaten Wort wie more.
  • Adjektive auf -el verlieren das e (dunkel → dunkler); solche auf -er verlieren es oft ebenfalls (teuer → teurer).
  • Viele kurze Adjektive mit a/o/u im Stamm bekommen zusätzlich einen Umlaut: alt → älter, groß → größer, jung → jünger.
  • Ein paar gebräuchliche Formen sind unregelmäßig: gut → besser, viel → mehr, gern → lieber (ein Adverb), hoch → höher, nah → näher.
  • Nach einem Komparativ steht immer als, nie wiewie gehört zu Gleichheitsvergleichen (so ... wie).