Der, die und das sind die bestimmten Artikel im Deutschen – aber welches Wort du benutzt, hängt vom Genus des Substantivs ab, wie du im Artikel über das Genus der Substantive gesehen hast. In diesem Artikel geht es darum, wie diese drei Wörter im Satz funktionieren: Sie verweisen auf eine bestimmte, bereits bekannte Sache, und zwar im Nominativ – der Form, die für das Subjekt eines Satzes verwendet wird.
Kurz gesagt: Nominativ Singular – der (mask.), die (fem.), das (neutr.); Nominativ Plural – die für alle Genera.
Was „bestimmt” und „Nominativ” bedeuten
Bestimmt bedeutet, dass du über eine bestimmte Sache sprichst, die der Zuhörer bereits identifizieren kann – „die Tasse” (eine bestimmte, schon bekannte Tasse), nicht irgendeine Tasse. Das unterscheidet sich vom unbestimmten Artikel, ein/eine/ein, der etwas Neues oder Unspezifisches einführt. Vergleiche: Da ist ein Hund. (ein Hund wird zum ersten Mal erwähnt) gegenüber Der Hund ist groß. (ein bestimmter Hund, den du schon kennst).
Nominativ ist der grammatische Fall, der für das Subjekt eines Satzes verwendet wird – die Person oder Sache, um die es im Satz hauptsächlich geht, und in einem Handlungssatz oft diejenige, die die Handlung ausführt. Mit ihm hast du es am häufigsten zu tun. Substantive stehen im Wörterbuch meist in ihrer Grundform, oft zusammen mit dem Artikel im Nominativ Singular: der Tisch, die Frau, das Kind. Im Deutschen gibt es noch andere Fälle – der Akkusativ markiert stattdessen das direkte Objekt –, aber dieser Artikel behandelt nur den Artikel vor dem Subjekt.
Der bestimmte Artikel im Nominativ
| Genus | Artikel | Beispiel |
|---|---|---|
| Maskulin | der | Der Mann arbeitet. |
| Feminin | die | Die Frau arbeitet. |
| Neutrum | das | Das Kind spielt. |
| Plural (alle Genera) | die | Die Kinder spielen. |
Beachte, dass im Plural immer die steht, egal welches Genus das Substantiv im Singular hat: der Tisch → die Tische, das Buch → die Bücher. Das ist dasselbe Pluralmuster wie im Artikel über das Genus der Substantive – im Plural unterscheidet der Artikel nicht mehr zwischen maskulin, feminin und neutrum.
Verwendung als Subjekt
Weil der Nominativ das Subjekt markiert, gehört der bestimmte Artikel zur Wortgruppe des Subjekts und passt sich in Genus und Numerus an das Substantiv an; das Subjekt steht meist am Satzanfang, direkt vor dem Verb in zweiter Position:
- Der Lehrer lacht.
- Die Sonne scheint.
- Das Auto ist neu.
Der Artikel richtet sich nach dem Genus des Subjektnomens, nicht nach einem anderen Substantiv irgendwo im Satz — ✅ Der Lehrer ist freundlich (ein männlicher Lehrer), niemals ❌ Die Lehrer ist freundlich mit derselben Bedeutung, auch wenn die an sich korrektes Deutsch ist – nur passt es hier zum Plural die Lehrer („die Lehrkräfte”), der ein Verb im Plural braucht (sind, nicht ist).
Bestimmt vs. unbestimmt: ein kurzer Vergleich
Die beiden Artikelsysteme funktionieren nebeneinander, und die Wahl zwischen ihnen hängt davon ab, ob der Zuhörer schon erkennen kann, welche Sache gemeint ist:
- Da ist ein Hund. (ein Hund wird zum ersten Mal erwähnt)
- Der Hund ist braun. (bezieht sich jetzt auf diesen bestimmten Hund)
Ein Gespräch beginnt oft mit dem unbestimmten Artikel und wechselt dann zum bestimmten Artikel, sobald die Sache schon erwähnt wurde. Das vollständige Muster des unbestimmten Artikels (ein/eine/ein) hat eine eigene Lektion – merke dir für jetzt nur, dass der/die/das die Wahl für „bestimmt, schon bekannt” ist.
Für Deutschsprachige ungewohnt: Im Englischen gibt es für der/die/das nur eine einzige Form, the, egal ob das Substantiv im Deutschen maskulin, feminin oder neutrum ist. Diese Genus-Unterscheidung beim Artikel gibt es im Englischen also gar nicht – umso wichtiger, sie beim Deutschlernen von Anfang an mitzulernen.
Häufige Fehler
- ❌ Denselben Artikel unabhängig vom Genus verwenden, z. B. der Frau statt die Frau → ✅ die Frau – der Artikel muss zum Genus des Substantivs passen, am besten gleich mit dem Wort mitgelernt
- ❌ Einen Pluralsatz mit einem Singularartikel bilden, z. B. der Kinder spielen → ✅ die Kinder spielen – Pluralsubstantive nehmen immer die, unabhängig vom Singular-Genus
- ❌ Annehmen, die bedeute immer „feminin”, auch im Plural → ✅ die Kinder ist Plural-die, nicht feminines die – dasselbe Wort erfüllt beide Aufgaben
- ❌ Den Artikel ganz weglassen, z. B. Mann arbeitet → ✅ Der Mann arbeitet – bei einem bestimmten, zählbaren Substantiv im Singular braucht man im Deutschen normalerweise einen Artikel
Kurzer Check
Ergänze den richtigen bestimmten Artikel (der, die oder das):
- ___ Buch ist interessant. (Buch, neutrum)
- ___ Frau kommt aus Berlin. (Frau, feminin)
- ___ Kinder spielen. (Kinder, Plural)
- ___ Mann arbeitet. (Mann, maskulin)
Antworten anzeigen
- Das Buch ist interessant.
- Die Frau kommt aus Berlin.
- Die Kinder spielen.
- Der Mann arbeitet.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Der, die und das sind die bestimmten Artikel im Nominativ, passend zum Genus des Substantivs: der (maskulin), die (feminin), das (neutrum).
- Im Plural steht bei jedem Genus die – der Artikel unterscheidet dort nicht mehr zwischen maskulin, feminin und neutrum.
- Der Nominativ markiert das Subjekt eines Satzes – der bestimmte Artikel des Subjekts richtet sich nach dessen Genus und Numerus, nicht nach einem anderen Substantiv in der Nähe.
- Bestimmte Artikel verweisen auf etwas Bestimmtes und schon Bekanntes, anders als der unbestimmte Artikel (ein/eine/ein), der etwas Neues einführt.
- Bei einem bestimmten, zählbaren Substantiv im Singular behält das Deutsche den Artikel normalerweise bei.