Eine Frage oder Aufforderung wiederzugeben funktioniert anders als eine Aussage wiederzugeben – du verschiebst nicht nur die Zeitform, du baust den ganzen Satz um. Eine Frage verliert ihre Fragewortstellung und ihr Fragezeichen; eine Aufforderung verliert die Imperativform komplett und wird zum Infinitiv. Hast du das Muster für beide einmal erkannt, wendest du es ganz einfach an.

Kurzversion: Indirekte Ja/Nein-Fragen verwenden if oder whether + normale Wortstellung eines Aussagesatzes (kein do/does/did, kein Fragezeichen). Indirekte W-Fragen behalten das Fragewort, wechseln aber ebenfalls zur Wortstellung eines Aussagesatzes. Indirekte Aufforderungen und Bitten verwenden tell oder ask + Person + to-Infinitiv (verneint: not to + Infinitiv).

Dieser Artikel baut auf Indirekte Rede: Aussagen auf – dieselben Backshift-Muster (present → past, willwould, cancould usw.) gelten meist auch hier, besonders wenn das einleitende Verb in der Vergangenheit steht, deshalb werden sie unten nicht vollständig wiederholt. Wie bei Aussagen ist der Backshift optional, wenn die berichtete Situation immer noch wahr oder aktuell ist. Neu ist hier, was mit der Wortstellung der Frage passiert, und die besondere Struktur für Aufforderungen.

Auch Pronomen verschieben sich hier, um zum neuen Sprecher und Zuhörer zu passen, genau wie bei indirekten Aussagen: "Do you like coffee?"she asked if I liked coffee; "Sit down," she said to us → she told us to sit down.

Indirekte Ja/Nein-Fragen

Eine Ja/Nein-Frage ("Do you...?", "Are you...?", "Have you...?") hat kein Fragewort, an dem man sich festhalten kann, deshalb fügt die indirekte Rede if oder whether ein, um zu signalisieren, dass eine Frage gestellt wurde:

  • "Do you like coffee?" she asked. → She asked if I liked coffee.
  • "Are you coming?" he asked. → He asked whether I was coming.
  • "Have you finished?" they asked. → They asked if I had finished.

Drei Dinge ändern sich gleichzeitig: Das Frage-Hilfsverb do/does/did verschwindet (es war ja nur dafür da, die direkte Frage zu bilden – ein did als Vollverb, wie in "Did you do your homework?"she asked if I had done my homework, ist ein anderes Wort und bleibt erhalten), Subjekt und Verb wechseln zurück in die Wortstellung eines Aussagesatzes (✅ if I liked, nie ❌ if did I like), und die wiedergegebene Frage selbst bekommt kein Fragezeichen mehr – der ganze Satz endet nur dann mit einem Fragezeichen, wenn der ganze übergeordnete Satz selbst eine Frage ist (Did she ask if I liked coffee?). If und whether sind in einer einfachen indirekten Ja/Nein-Frage wie diesen meist austauschbar – whether ist etwas formeller und die einzige Wahl direkt vor or not (she asked whether or not I liked coffee) oder vor einem to-Infinitiv (she asked whether to go).

Im Deutschen bildest du indirekte Ja/Nein-Fragen ebenfalls mit einer Konjunktion (ob), aber im deutschen Nebensatz rückt das konjugierte Verb ganz ans Satzende: sie fragte, ob ich Kaffee mag wird im Englischen zu she asked if I liked coffee – das Verb bleibt an seiner normalen Position direkt nach dem Subjekt, es wandert nicht ans Ende.

Indirekte W-Fragen

W-Fragen und Fragewörter (what, where, when, why, who, which, whose, how) behalten ihr Fragewort, wechseln aber – genau wie Ja/Nein-Fragen – zur normalen Wortstellung eines Aussagesatzes und verlieren das Frage-Hilfsverb do/does/did:

Direkte Frage Indirekte Frage
"Where do you live?" She asked where I lived.
"What time does the train leave?" He asked what time the train left.
"Why are you laughing?" She asked why I was laughing.
"Who did you call?" He asked who I had called.

Das Fragewort übernimmt in der indirekten Frage dieselbe Position, die if/whether bei Ja/Nein-Fragen einnimmt, direkt gefolgt vom Subjekt: ✅ she asked where I lived. Vermeide in einer neutralen indirekten Wiedergabe ❌ she asked where did I live oder ❌ she asked where I did live.

Ein Sonderfall: Wenn who oder what das Subjekt der Frage ist (nicht das Objekt), ändert sich die Wortstellung kaum, weil sie schon aussagenartig war: "Who called you?"She asked who had called me. (vergleiche "Who did you call?"she asked who I had called, wo who das Objekt ist und das do-Hilfsverb entfernt werden muss.)

Indirekte Aufforderungen und Bitten

Das übliche Muster für indirekte Aufforderungen und Bitten verwendet weder that noch ein Fragewort – die Aufforderung wird nach dem einleitenden Verb zum Infinitiv, mit tell für Anweisungen/Befehle und ask für Bitten:

  • "Sit down!" the teacher said. → The teacher told us to sit down.
  • "Please close the door," she said. → She asked me to close the door.
  • "Don't be late!" he said. → He told me not to be late.

Das Muster lautet: tell/ask + Person + (not) to + Grundform. In der neutralsten Wortstellung steht die Verneinung direkt vor to: ✅ told me not to worry ist die Standardform – gelegentlich hört man auch told me to not worry, das ist aber weniger üblich, verwende für dich selbst also not to.

Say wird in diesem Muster nicht mit einer angesprochenen Person verwendet – genau wie bei Aussagen –, kann also keine Aufforderung oder Bitte auf diese Weise wiedergeben: ❌ she said me to sit down. Verwende stattdessen tell (mit Person) oder ask (für eine Bitte).

Formelleres Englisch kann eine Aufforderung oder Bitte auch mit that wiedergeben, besonders bei Verben wie ask, order und insist (She asked that I close the door), aber das Infinitiv-Muster oben ist die Standardwahl.

Andere einleitende Verben funktionieren für stärkere oder speziellere Aufforderungen nach demselben Muster: order, warn, advise, remind, beg verwenden alle dasselbe (not) to-Infinitiv-Muster – "Don't forget your passport," she said → She reminded me not to forget my passport.

Typische Fehler

  • She asked did I like coffee. → ✅ She asked if I liked coffee. (Wortstellung eines Aussagesatzes, kein did)
  • He asked where did I live. → ✅ He asked where I lived. (das Fragewort bringt keine Fragewortstellung mit sich)
  • She asked that I liked coffee. → ✅ She asked if/whether I liked coffee. (that leitet indirekte Aussagen ein, keine indirekten Fragen – verwende stattdessen if/whether oder ein Fragewort)
  • Weniger üblich: He told me to not be late. → Üblicher: He told me not to be late. (die Verneinung standardmäßig vor to)
  • She said me to wait. → ✅ She told me to wait. / She asked me to wait. (say hat hier keine Ergänzung für die angesprochene Person; verwende tell oder ask)
  • He asked me that I close the door. → ✅ He asked me to close the door. (das übliche Bitte-Muster verwendet den Infinitiv, nicht einen that-Satz nach der Person)

Kurzer Test

Versuche, jede direkte Frage oder Aufforderung in indirekte Rede umzuwandeln.

  1. "Do you speak Italian?" she asked.
  2. "Where are you going?" he asked me.
  3. "Open your books," the teacher said.
  4. "Please don't touch that," she said.
Antworten anzeigen
  1. She asked if/whether I spoke Italian.
  2. He asked me where I was going.
  3. The teacher told us to open our books.
  4. She asked me not to touch that.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Indirekte Ja/Nein-Fragen fügen if oder whether ein und wechseln zur Wortstellung eines Aussagesatzes – das Frage-Hilfsverb do/does/did verschwindet, und die indirekte Frage selbst bekommt kein Fragezeichen mehr.
  • Indirekte W-Fragen behalten das Fragewort, wechseln aber ebenfalls zur Wortstellung eines Aussagesatzes (where I lived, nicht where did I live).
  • Dieselben Backshift-Muster (present → past, willwould usw.) gelten meist auch für indirekte Fragen, besonders wenn das einleitende Verb in der Vergangenheit steht – und wie bei Aussagen ist der Backshift optional, wenn die Situation gerade jetzt noch wahr ist.
  • Auch Pronomen verschieben sich hier, um zum neuen Sprecher und Zuhörer zu passen, genau wie bei indirekten Aussagen.
  • Indirekte Aufforderungen und Bitten verwenden standardmäßig tell oder ask + Person + to-Infinitiv; die Verneinung steht meist vor to (told me not to worry).
  • Say wird nicht direkt mit einer angesprochenen Person verwendet, deshalb gibt es damit keine Aufforderungen oder Bitten wieder – verwende tell (Anweisungen/Befehle) oder ask (Bitten).