Sein gehört zu den ersten Verben, die man braucht – es taucht ständig auf: beim Vorstellen, bei Herkunftsangaben und beim Beschreiben von Personen und Dingen. Es ist unregelmäßig, seine Formen folgen also keinem festen Muster und werden am besten einfach auswendig gelernt.
Kurz gesagt: ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie/Sie sind.
Die Formen von sein
| Person | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | bin | Ich bin müde. |
| du | bist | Du bist nett. |
| er/sie/es | ist | Er ist Lehrer. |
| wir | sind | Wir sind Freunde. |
| ihr | seid | Ihr seid müde. |
| sie/Sie | sind | Sie sind aus Berlin. |
Mitten im Satz unterscheidet die Groß- und Kleinschreibung sie (sie = mehrere Personen) von Sie (die Höflichkeitsform). Am Satzanfang wird aber beides großgeschrieben, dort hilft nur der Zusammenhang: Heute sind sie in Berlin. / Heute sind Sie in Berlin? Und du bist und er/sie/es ist sehen zwar ähnlich aus, sind aber nicht austauschbar: ✅ du bist, niemals ❌ du ist.
Wofür man sein verwendet
Sein verbindet das Subjekt eines Satzes mit einer Angabe über dieses Subjekt – etwa Name, Beruf, Herkunft, Eigenschaft oder Ort:
- Namen und Identität: Ich bin Anna.
- Berufe und Rollen: Sie ist Ärztin. Bei Berufen und Rollen steht nach sein meist kein Artikel: ✅ Er ist Lehrer, nicht ❌ Er ist ein Lehrer.
- Herkunft: Wir sind aus Spanien.
- Eigenschaften: Das Wetter ist schön.
- Ort: Der Schlüssel ist auf dem Tisch.
Wortstellung
In einem einfachen Aussagesatz steht das konjugierte Verb – hier eine Form von sein – normalerweise an zweiter Stelle. „Zweite Stelle“ meint das zweite Satzglied, nicht unbedingt das zweite Wort – ein Satz kann also mit etwas anderem als dem Subjekt beginnen, und das Verb folgt trotzdem direkt danach:
- Ich bin heute müde. (Subjekt zuerst)
- Heute bin ich müde. (Zeitangabe zuerst – das Verb bleibt an zweiter Stelle, ich rückt dahinter)
Beide Sätze bedeuten fast dasselbe; in einem solchen Hauptsatz bleibt das konjugierte Verb an zweiter Stelle, egal ob eine Zeitangabe oder etwas anderes den Satz eröffnet. (Diese Regel begegnet dir noch als eigenes Thema – hier reicht es zu sehen, dass bin direkt nach dem folgt, was den Satz eröffnet.)
Bei Ja/Nein-Fragen rückt sein ganz an den Satzanfang: Bist du müde? Ist er Lehrer?
Häufige Fehler
- ❌ Ich ist müde. → ✅ Ich bin müde. (ist gehört nur zu er/sie/es, nicht zu ich)
- ❌ Du ist nett. → ✅ Du bist nett. (zu du gehört bist, nicht ist)
- ❌ Wir ist Freunde. → ✅ Wir sind Freunde. (zu wir gehört immer sind)
- ❌ Er sind Lehrer. → ✅ Er ist Lehrer. (das Plural-sind nicht mit dem Singular-ist verwechseln)
Kurzer Check
Welche Form ist richtig?
- Ich ____ (bin / bist) Student.
- Du ____ (ist / bist) sehr freundlich.
- Wir ____ (sind / ist) aus Deutschland.
- Sie (sie, Einzahl) ____ (ist / sind) Ärztin.
- Ihr ____ (seid / sind) meine besten Freunde.
Antworten anzeigen
- bin 2. bist 3. sind 4. ist 5. seid
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Sein ist unregelmäßig: ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie/Sie sind.
- Es verbindet das Subjekt mit einem Namen, Beruf, einer Herkunft, Eigenschaft oder einem Ort.
- Sie und sie teilen sich die Form sind; mitten im Satz hilft die Groß- und Kleinschreibung, am Satzanfang nur der Zusammenhang.
- Das konjugierte Verb bleibt im Aussagesatz an zweiter Stelle, auch wenn nicht das Subjekt den Satz eröffnet.
- Bei Ja/Nein-Fragen rückt sein an den Satzanfang.