Haben gehört zusammen mit dem Verb „sein“ zu den ersten beiden Verben, die man braucht: Es taucht ständig auf, wenn man über Besitz, die eigene Familie oder eine Handvoll fester Ausdrücke spricht. Es ist unregelmäßig; ein paar Formen folgen also nicht dem normalen Muster.

Kurz gesagt: ich habe, du hast, er/sie/es hat, wir haben, ihr habt, sie/Sie haben.

Die Formen von haben

Person Form Beispiel
ich habe Ich habe einen Hund.
du hast Du hast viel Zeit.
er/sie/es hat Sie hat zwei Kinder.
wir haben Wir haben eine Wohnung.
ihr habt Ihr habt Glück.
sie/Sie haben Sie haben ein Auto.

Achtung: In Ich habe einen Hund steht einen, nicht ein – das, was man hat, ist hier das Objekt des Satzes und braucht die passende Artikelform (den Akkusativ, ein eigenes Thema).

Die meisten Formen hängen einfach die übliche Endung an den Stamm hab- an: ich habe, wir haben, ihr habt, sie/Sie haben. Besonders zu beachten sind du hast und er/sie/es hat, bei denen das b wegfällt: ✅ du hast, niemals ❌ du habst; ✅ er hat, niemals ❌ er habt (leicht zu verwechseln mit ihr habt, das das b behält).

Wofür man haben verwendet

Haben verwendet man für Besitz, Familie, Zeit und einige feste Ausdrücke:

  • Besitz: Ich habe ein Fahrrad.
  • Familie und Beziehungen: Wir haben drei Kinder.
  • Gefühle und körperliche Zustände in festen Ausdrücken: Ich habe Hunger. Sie hat Angst.
  • Zeit: Hast du Zeit?

Wichtig: Beim Alter verwendet man auf Deutsch sein, nicht haben – ✅ Ich bin 20 Jahre alt, niemals ❌ Ich habe 20 Jahre.

Feste Ausdrücke mit haben

Einige alltägliche Ausdrücke verwenden haben + ein Nomen:

Ausdruck Bedeutung
Hunger haben hungrig sein
Durst haben durstig sein
Angst haben sich fürchten
Recht haben richtig liegen
Zeit haben Zeit zur Verfügung haben
  • Ich bin hungrig ist ebenfalls korrekt, aber Ich habe Hunger ist im Alltag gebräuchlicher.
  • Er hat Angst vor Hunden.

Verneinung: kein

Um zu sagen, dass man etwas nicht hat, steht kein direkt vor dem Nomen – ein eigenes Thema, das aber schon hier erwähnt sei, weil es so oft mit haben zusammen vorkommt:

  • Ich habe kein Auto.
  • Wir haben keine Zeit.

Bei einer bestimmten, bereits genannten Sache oder bei einem Pronomen steht stattdessen nicht: Ich habe das Auto nicht. Ich habe es nicht.

Wortstellung

In einfachen Hauptsätzen steht das konjugierte Verb – hier eine Form von haben – an zweiter Stelle: Der Satz kann mit etwas anderem als dem Subjekt beginnen, und das Verb folgt trotzdem direkt danach:

  • Ich habe heute Zeit. (Subjekt zuerst)
  • Heute habe ich Zeit. (Zeitangabe zuerst – das Verb bleibt an zweiter Stelle, ich rückt dahinter)

Bei Ja/Nein-Fragen rückt haben ganz an den Satzanfang: Hast du Zeit? Habt ihr einen Hund?

Häufige Fehler

  • Du habst viel Zeit. → ✅ Du hast viel Zeit. (das b fällt bei du weg)
  • Er habt zwei Kinder. → ✅ Er hat zwei Kinder. (das b fällt auch bei er/sie/es weg – anders als bei ihr habt)
  • Ich bin Hunger. → ✅ Ich habe Hunger. (bei diesen festen Ausdrücken steht haben, nicht sein)
  • Ich habe ein Hund. → ✅ Ich habe einen Hund. (das Besessene braucht die Akkusativform)
  • Wir haben nicht ein Auto. → ✅ Wir haben kein Auto. (kein ist hier die normale Verneinung vor dem Nomen)

Kurzer Check

Welche Form ist richtig?

  1. Ich ____ (habe / hast) einen Bruder.
  2. Du ____ (habt / hast) ein Auto.
  3. Er ____ (habt / hat) keine Zeit.
  4. Wir ____ (haben / habt) zwei Katzen.
  5. Ich ____ (bin / habe) Hunger.
Antworten anzeigen
  1. habe   2. hast   3. hat   4. haben   5. habe

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Haben ist unregelmäßig: ich habe, du hast, er/sie/es hat, wir haben, ihr habt, sie/Sie habendu hast und er/sie/es hat verlieren das b.
  • Es wird für Besitz, Familie und Zeit verwendet, außerdem in festen Ausdrücken wie Hunger haben, Durst haben, Angst haben.
  • Für das Alter wird sein verwendet, nicht haben.
  • Um zu verneinen, steht kein direkt vor dem Nomen; bei einer bestimmten Sache oder einem Pronomen steht nicht.
  • In einfachen Hauptsätzen bleibt haben an zweiter Stelle und rückt bei Ja/Nein-Fragen an den Satzanfang.