Du hast bereits den Dativ kennengelernt und gesehen, dass er das indirekte Objekt markiert, indem sich jedes Geschlecht des Artikels ändert – der/das → dem, die → der, Plural die → den. Dieser Artikel setzt das Gesamtbild zusammen: der bestimmte Artikel (der/die/das, Plural die), der unbestimmte Artikel (ein/eine/ein) und der verneinende Artikel kein folgen im Dativ alle demselben Muster – wenn du eins kennst, kennst du die anderen beiden schon zur Hälfte.

Kurz gesagt: Im Dativ ändert sich jedes Geschlecht, nicht nur das maskuline. Bestimmt: der/das → dem, die → der, Plural die → den. Die Ein-Wörter hängen einfach dieselben Endungen an, die du schon bei dem/der/den siehst: -em für maskulin und neutrum, -er für feminin, -en für Plural.

Die drei Artikelsysteme im Vergleich

Jeder Artikeltyp beantwortet eine andere Frage – welcher (bestimmt), ein unbestimmter (unbestimmt), oder gar keiner (verneinend) – aber alle deklinieren im Dativ nach demselben Muster:

Geschlecht Nominativ Dativ
Maskulinum der / ein / kein dem / einem / keinem
Femininum die / eine / keine der / einer / keiner
Neutrum das / ein / kein dem / einem / keinem
Plural die / — / keine den / — / keinen
  • Der Hund schläft.Ich helfe dem Hund. (bestimmt)
  • Ein Hund bellt.Ich helfe einem Hund. (unbestimmt)
  • Ich helfe keinem Fremden. (verneinend, „ich helfe keinem Fremden")

Im Englischen ändert sich „the"/„a"/„no" nie, egal welchen Fall das Nomen gerade hat. Im Deutschen ändern sich dagegen alle drei Artikelsysteme konsequent mit, sobald das Nomen ein Dativobjekt ist – und zwar bei jedem Geschlecht, nicht nur beim maskulinen wie im Akkusativ.

Die Pluralzeile hat keinen Eintrag für den unbestimmten Artikel, denn wie du im Artikel über den unbestimmten Artikel gesehen hast, gibt es im Deutschen gar keinen unbestimmten Artikel im Plural. Für einen unbestimmten Plural steht einfach kein Artikel – der „Nullartikel" – und das gilt in jedem Fall, nicht nur im Dativ.

Bestimmt: der/das → dem, die → der, Plural die → den

Der bestimmte Artikel ändert sich im Dativ bei jedem Geschlecht, genau wie in der Dativ-Lektion:

  • Ich gebe dem Mann das Buch. – maskulin, ändert sich
  • Ich gebe der Frau das Buch. – feminin, ändert sich
  • Ich gebe dem Kind das Buch. – neutrum, ändert sich
  • Ich gebe den Kindern das Buch. – Plural, ändert sich (und denk daran: das Nomen selbst bekommt meist auch ein -n, außer es endet schon auf -n oder -smit den Frauen, mit den Autos, kein zusätzliches -n)

Unbestimmt: ein → einem, eine → einer

Der unbestimmte Artikel folgt demselben Muster, nur mit seinem eigenen **ein-**Stamm:

  • Ich gebe einem Mann das Buch. – maskulin
  • Ich gebe einer Frau das Buch. – feminin
  • Ich gebe einem Kind das Buch. – neutrum

Da es kein ein im Plural gibt, gibt es auch nichts zu deklinieren – Ich gebe Kindern Bücher verwendet einfach den Nullartikel, in jedem Fall.

Verneinend: kein → keinem, keine → keiner, Plural keine → keinen

Kein, behandelt in Verneinung mit nicht und kein, ist ein Ein-Wort und nimmt genau dieselben Endungen wie ein:

  • Ich gebe keinem Mann das Buch. – maskulin
  • Ich gebe keiner Frau das Buch. – feminin
  • Ich gebe keinem Kind das Buch. – neutrum
  • Ich gebe keinen Kindern das Buch. – Plural (auch hier: -n am Nomen selbst)

Warum das leichter ist, als es aussieht

Stellst du die maskulinen Formen der drei Systeme nebeneinander, springt ein Muster ins Auge:

der ein kein
Nominativ (mask.) der ein kein
Dativ (mask.) dem einem keinem

Ein und kein hängen einfach -em an und werden zu einem/keinem – dieselbe Endung, die du schon am Ende von dem siehst. Genauso bei feminin (der-er bei einer/keiner) und Plural (den-en bei keinen). Kennst du einmal die Dativformen des bestimmten Artikels, sind die Endungen der Ein-Wörter nur „dieselbe Endung, angehängt an ein-/kein-" – nichts, was du separat auswendig lernen musst.

Häufige Fehler

  • Ich helfe der Mann. → ✅ Ich helfe dem Mann. (maskulines der muss beim indirekten Objekt zu dem werden)
  • Ich gebe einer Kind ein Buch. → ✅ Ich gebe einem Kind ein Buch. (Neutrum nimmt einem, nicht das feminine einer)
  • Ich danke kein Lehrer. → ✅ Ich danke keinem Lehrer. (dieselbe Regel gilt für kein wie für ein – maskulin bekommt -em)
  • Ich gebe den Kinder ein Buch. → ✅ Ich gebe den Kindern ein Buch. (das -n am Pluralnomen selbst nicht vergessen, zusätzlich zum Artikel)

Kurzer Check

Finde den richtigen Dativ-Artikel:

  1. Ich gebe ____ Mann das Buch. (bestimmt, maskulin)
  2. Ich helfe ____ Frau. (unbestimmt, feminin, „einer Frau")
  3. Ich danke ____ Lehrerin. (verneinend, feminin, „keiner Lehrerin")
  4. Ich zeige ____ Kind das Foto. (unbestimmt, neutrum, „einem Kind")
Antworten anzeigen
  1. Ich gebe dem Mann das Buch.
  2. Ich helfe einer Frau.
  3. Ich danke keiner Lehrerin.
  4. Ich zeige einem Kind das Foto.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Drei Artikelsysteme – bestimmt (der/die/das), unbestimmt (ein/eine/ein) und verneinend (kein/keine/kein) – folgen im Dativ derselben Regel: jedes Geschlecht ändert sich, anders als im Akkusativ, wo nur das maskuline betroffen war.
  • Bestimmt: der/das → dem, die → der, Plural die → den.
  • Unbestimmt und verneinend hängen einfach die passende Endung an ihren eigenen Stamm: -em (maskulin/neutrum), -er (feminin), -en (Plural) – genau die Endungen, die du bei dem/der/den siehst.
  • Kein dekliniert genau wie ein, da es aus ein mit vorangestelltem k- gebildet wird – kennst du eins, kennst du das andere.
  • Vergiss nicht das -n am Pluralnomen selbst (KinderKindern) zusätzlich zur Artikeländerung, behandelt in der Dativ-Lektion.