Wir bleiben wegen des Regens zu Hause.

Eine kleine Gruppe von Präpositionen – wegen, während, trotz, statt – verlangt im Standarddeutschen den Genitiv (des Mannes, der Frau). Es ist die kleinste der festen Präpositionsgruppen.

Kurz gesagt: wegen, während, trotz und statt verlangen im Standarddeutschen den Genitiv – wegen des Regens, während der Nacht, trotz des Wetters, statt des Autos.

Die festen Genitivpräpositionen

Präposition Bedeutet ungefähr Beispiel
wegen aus dem Grund, dass Wegen des Regens bleibe ich zu Hause.
während im Verlauf von Während der Nacht war es sehr kalt.
trotz obwohl etwas dagegenspricht Trotz des Wetters gehen wir spazieren.
statt anstelle von Statt des Autos nehme ich den Bus.

Genau wie bei der Akkusativ- und der Dativgruppe hängt der Standardfall nicht von der Bedeutung oder Richtung ab – er ist einfach an die Präposition selbst gebunden. Und wie in jeder anderen Genitivphrase braucht ein maskulines oder neutrales Substantiv nach einer dieser Präpositionen weiterhin seine eigene -s/-es-Endung, nicht nur den Artikel: wegen des Regens, trotz des Wetters. Die Ausnahme sind schwache Maskulina wie der Student, die stattdessen ihre -n/-en-Endung behalten: wegen des Studenten, nicht ❌ wegen des Studentens.

Anders als im Englischen, wo because of, during, despite und instead of einfach von einem unveränderten Substantiv gefolgt werden (because of the rain, during the night), verlangen diese vier deutschen Präpositionen tatsächlich eine eigene grammatische Markierung am folgenden Substantiv – eine Anforderung, die es im Englischen in dieser Form gar nicht gibt.

wegen — aus dem Grund, dass

Wegen nennt einen Grund, dieselbe Aufgabe wie weil für einen ganzen Satz, aber für eine Substantivphrase:

  • Wegen des Regens bleibe ich zu Hause. (Der Regen ist der Grund, warum ich zu Hause bleibe.)
  • Wegen der Prüfung habe ich keine Zeit. (Die Prüfung ist der Grund für meine Zeitnot.)

während — im Verlauf von

Während setzt etwas in einen Zeitraum:

  • Während der Nacht war es sehr kalt. (In der Zeit, in der es Nacht war, war es sehr kalt.)
  • Während des Films hat er geschlafen. (Er hat geschlafen, solange der Film lief.)

trotz — obwohl etwas dagegenspricht

Trotz signalisiert einen Gegensatz – das Ergebnis tritt trotzdem ein, entgegen der Erwartung:

  • Trotz des Wetters gehen wir spazieren. (Das Wetter spricht dagegen, aber wir gehen trotzdem spazieren.)
  • Trotz der Probleme ist alles gut gelaufen. (Es gab Probleme, aber am Ende ist trotzdem alles gut gelaufen.)

statt — anstelle von

Statt ersetzt eine Sache durch eine andere:

  • Statt des Autos nehme ich den Bus. (Ich nehme den Bus, nicht das Auto.)
  • Statt eines Kaffees trinke ich Tee. (Ich trinke Tee, nicht Kaffee.)

Genitiv vs. Dativ im Alltag

Genau wie der Genitiv selbst tauchen auch diese vier Präpositionen in der lockeren gesprochenen Sprache zunehmend mit dem Dativ auf, besonders wegen und trotz:

  • Genitiv (Standard, schriftlich): wegen des Regens
  • Gesprochene Alternative (verbreitet, informell): wegen dem Regen

Beide Formen sind in der Praxis zu hören, aber der Genitiv bleibt die Form, die in der Schriftsprache, in Prüfungen und in formeller Rede erwartet wird – ✅ wegen des Regens, nicht ❌ wegen dem Regen, wenn du auf Nummer sicher gehen willst.

Häufige Fehler

  • wegen der Regen → ✅ wegen des Regens (das maskuline Substantiv braucht sowohl den Genitivartikel als auch seine eigene -s-Endung)
  • trotz das Wetter → ✅ trotz des Wetters (bei neutralen Substantiven ändern sich ebenso Artikel und Endung)
  • während die Nacht → ✅ während der Nacht (der feminine Genitivartikel ist der, nicht die)

Kurzer Check

Welche Form ist richtig?

  1. Wegen ___ Wetters (das / des) bleiben wir zu Hause.
  2. Während ___ Reise (die / der) haben wir viel gesehen.
  3. Trotz ___ Problem___ (der Problem / des Problems) hat es geklappt.
  4. Statt ___ Tee (der / des) trinke ich Kaffee. (der Tee, maskulin)
Antworten anzeigen
  1. Wegen des Wetters   2. Während der Reise   3. Trotz des Problems   4. Statt des Tees

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wegen, während, trotz und statt verlangen im Standarddeutschen den Genitiv, unabhängig von der Bedeutung – dasselbe feste Muster wie bei der Akkusativ- und der Dativgruppe.
  • Wegen nennt einen Grund, während setzt etwas in einen Zeitraum, trotz signalisiert einen Gegensatz, statt ersetzt eine Sache durch eine andere.
  • Ein maskulines oder neutrales Substantiv nach einer dieser Präpositionen braucht weiterhin seine eigene -s/-es-Endung, nicht nur den Genitivartikel (wegen des Regens, trotz des Wetters) – außer bei schwachen Maskulina, die stattdessen ihre -n/-en-Endung behalten (wegen des Studenten).
  • In der lockeren gesprochenen Sprache wird nach wegen und trotz oft der Dativ verwendet (wegen dem Regen), aber der Genitiv bleibt die schriftlich und formell erwartete Standardform.