Die meisten deutschen Verben sind regelmäßig: Kennt man einmal das Muster, kann man Tausende davon auf dieselbe Weise konjugieren. Bei den meisten Verben auf -en bildet man das Präsens, indem man beim Infinitiv das -en weglässt, um den Stamm zu erhalten, und dann eine Endung anhängt, die zum Subjektpronomen passt. (Verben auf -eln/-ern wie sammeln oder wandern folgen einem etwas anderen Muster und werden hier nicht behandelt.)

Kurz gesagt: -e, -st, -t, -en, -t, -en – für ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie/Sie.

Das Präsens bilden

Hier ist machen als Beispiel. Der Stamm ist mach-:

Pronomen Endung Form Beispiel
ich -e mache Ich mache das.
du -st machst Du machst das.
er/sie/es -t macht Er macht das.
wir -en machen Wir machen das.
ihr -t macht Ihr macht das.
sie/Sie -en machen Sie machen das.

Hilfreich zu wissen: er/sie/es und ihr haben dieselbe Endung, -t – nur das Pronomen zeigt, wer gemeint ist. Und wir sowie sie/Sie teilen sich -en, was der Infinitivform selbst entspricht.

Rechtschreibanpassungen

Ein paar Stämme brauchen eine kleine Anpassung, damit das Wort aussprechbar bleibt:

Stämme auf -t oder -d (wie arbeiten – Stamm arbeit-) fügen vor den Endungen für du, er/sie/es und ihr ein zusätzliches -e ein:

Pronomen arbeiten
ich arbeite
du arbeitest
er/sie/es arbeitet
wir arbeiten
ihr arbeitet
sie/Sie arbeiten

Das zusätzliche -e macht die Form aussprechbar: ✅ du arbeitest, nicht ❌ du arbeitst. Dasselbe gilt für andere Verben mit Stamm auf -t/-d wie warten (Stamm wart-) → du wartest, und reden (Stamm red-) → du redest. Auch bei ein paar anderen schwer aussprechbaren Stammendungen kommt dieses zusätzliche -e vor – etwa bei Stämmen auf -m oder -n nach einem weiteren Konsonanten: öffnendu öffnest, rechnendu rechnest, atmendu atmest.

Stämme, die schon auf -s, -ss, -ß, -z oder -x enden (wie heißen – Stamm heiß-): Bei der du-Form fällt das -s der Endung -st weg, weil der Stamm schon auf einen Zischlaut endet:

  • Du heißt Anna. Nicht: ❌ Du heißst Anna.
  • Du tanzt gut. Nicht: ❌ Du tanzst gut.
  • Du passt gut. Nicht: ❌ Du passst gut.

Wann man das Präsens verwendet

Das Präsens ist die Alltagszeitform für Dinge, die allgemein gültig oder wiederkehrend sind:

  • Gewohnheiten und Routinen: Ich arbeite jeden Tag.
  • Tatsachen und allgemeine Wahrheiten: Wasser kocht bei 100 Grad.
  • Dinge, die gerade jetzt passieren: Es regnet.
  • Die nahe Zukunft, besonders mit einer Zeitangabe: Wir besuchen dich morgen.

Je nach Zusammenhang kann ich arbeite „ich arbeite“ oder „ich arbeite gerade“ bedeuten – das Deutsche hat keine eigene Verlaufsform, der Kontext zeigt, was gemeint ist.

Häufige Fehler

  • Du machen das. → ✅ Du machst das. (bei du steht nicht der Infinitiv – jedes Pronomen braucht seine eigene Endung)
  • Du arbeitst viel. → ✅ Du arbeitest viel. (Stämme auf -t/-d brauchen das zusätzliche -e vor -st)
  • Du heißst Anna. → ✅ Du heißt Anna. (bei Stämmen, die schon auf einen Zischlaut enden, fällt das -s der Endung -st weg)
  • Ich bin arbeite. → ✅ Ich arbeite. (die Präsensform bedeutet schon „ich arbeite“ – daneben braucht man kein sein)

Kurzer Check

Welche Form ist richtig?

  1. Ich ____ (mache / machst) das.
  2. Du ____ (arbeite / arbeitest) heute.
  3. Er ____ (heißt / heißst) Thomas.
  4. Wir ____ (machen / macht) das zusammen.
  5. Ihr ____ (findet / findest) das gut.
Antworten anzeigen
  1. mache   2. arbeitest   3. heißt   4. machen   5. findet

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Regelmäßige Verben hängen -e, -st, -t, -en, -t, -en an den Stamm an, für ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie/Sie.
  • Stämme auf -t/-d fügen vor -st/-t ein zusätzliches -e ein: du arbeitest, er arbeitet.
  • Bei Stämmen, die schon auf -s/-ss//-z/-x enden, fällt bei du das -s der Endung -st weg: du heißt, nicht du heißst.
  • Das Präsens deckt Gewohnheiten, Tatsachen, das gerade Geschehende und die nahe Zukunft ab – das Deutsche hat keine eigene Verlaufsform.