Wenn nach einer Präposition ein Pronomen für eine Sache stünde, sagt das Deutsche normalerweise nicht auf es oder mit ihm (von einer Sache). Es verschmilzt die Präposition mit da- zu einem Wort: Ich warte darauf, Ich fahre damit, Ich weiß nichts davon. Um nach einer Sache zu fragen, passiert dieselbe Verschmelzung mit wo-: Worauf wartest du?, Womit fährst du?

Diese verschmolzenen Formen — darauf, daran, damit, davon, dafür, worüber, womit … — heißen Pronominaladverbien. Sie funktionieren nur für Sachen und Begriffe. Für eine Person behält die Präposition ein normales Pronomen: Ich warte auf ihn, Ich fahre mit ihr.

Kurz gesagt: Sacheda(r)- / wo(r)- + Präposition (darauf, worauf). Person → Präposition + Pronomen (auf ihn) oder Präposition + wen / wem in der Frage (auf wen). Ein r rutscht dazwischen, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt: darauf, woran.

Im Englischen bleibt die Präposition beim Pronomen (wait for it) und wird in der Frage sogar ans Satzende gestellt (what are you waiting for?). Das Deutsche stellt eine Präposition nie so ab und sagt nie auf es — es verschmilzt zu darauf / worauf.

Die da-Formen bilden

Nimm da- und häng die Präposition an. Beginnt die Präposition mit einem Vokal (an, auf, aus, in, über, um, unter), schieb ein -r- ein, damit es aussprechbar bleibt:

+ Konsonant + Vokal (mit r)
damit, davon, dafür darauf, daran, daraus
danach, dazu, dabei darin, darüber, darunter
dagegen, dadurch, davor darum
  • Er hat mir von seinem Plan erzählt. Davon halte ich nichts.
  • Da ist ein Stuhl — leg die Tasche darauf.
  • Sie hat ein Messer genommen und das Brot damit geschnitten.

Die wo-Formen bilden

Dieselbe Idee für Fragen nach einer Sache: wo- + Präposition, mit -r- vor einem Vokal.

+ Konsonant + Vokal (mit r)
womit, wovon, wofür worauf, woran, woraus
wonach, wozu, wogegen worin, worüber, worum
  • Woran denkst du?An die Prüfung.
  • Wofür ist dieser Knopf?
  • Worüber habt ihr gelacht?

Im gepflegten Deutsch ist das die Standard-Frageform. Die getrennte umgangssprachliche Variante — Wo wartest du drauf? — gehört in die gesprochene Sprache und bleibt aus dem gepflegten Schriftdeutsch heraus.

Sache oder Person

Die Wahl hängt allein davon ab, ob du auf eine Sache oder eine Person zeigst.

Sache Person
Aussage Ich denke daran. Ich denke an ihn.
Frage Woran denkst du? An wen denkst du?
  • Ich verlasse mich darauf. = auf eine Sache (ein Versprechen, einen Plan); wenn eine Person gemeint ist, nicht ❌ Ich verlasse mich darauf, sondern ✅ Ich verlasse mich auf dich
  • Ich warte auf den Bus.Ich warte darauf. Bei einer Sache ist die da-Form die natürliche Wahl; auf ihn (beim maskulinen Bus grammatisch möglich) wird viel eher als Person verstanden.

Bei Tieren und Personengruppen bleibt ein Personalpronomen die normale Wahl: Der Hund? Ich kümmere mich um ihn. Eine da-/wo-Form passt nur, wenn der Bezug bewusst als Thema oder Sache behandelt wird, nicht als Lebewesen.

Vorausweis auf einen Nebensatz

Eine da-Form steht oft im Hauptsatz als Platzhalter für einen dass-Satz, einen ob-Satz oder einen zu-Infinitiv, der folgt. Das ist sehr häufig bei Verben mit fester Präposition:

  • Ich freue mich darauf, dich zu sehen.
  • Es hängt davon ab, ob es morgen regnet.
  • Wir müssen damit rechnen, dass es teurer wird.
  • Denk daran, das Licht auszumachen.

Manche Muster verlangen die da-Form vor dem Satz: Es hängt davon ab, ob …, Ich rechne damit, dass …. Bei anderen ist sie freiwillig und trägt die Bedeutung der festen Präposition: Ich freue mich, dich zu sehen (schlicht) gegenüber Ich freue mich darauf, dich zu sehen (die Bedeutung „sich auf etwas freuen").

Eine wo- Form als Relativwort für eine Sache (das, wofür es sich zu kämpfen lohnt) gibt es ebenfalls, aber das gehört zu einem späteren Schritt — Präposition + Relativpronomen und was / wo.

damit: Adverb oder Konjunktion?

damit hat zwei Leben. Als Pronominaladverb heißt es „mit etwas" und steht im normalen Mittelfeld: Ich schreibe damit. Als Konjunktion heißt es „so dass" und schickt das Verb ans Ende: Ich erkläre es, damit du es verstehst. Die Wortstellung unterscheidet sie.

Häufige Fehler

  • Ich warte auf es. → ✅ Ich warte darauf. (Sache → da-Form)
  • Ich denke an es. → ✅ Ich denke daran.
  • Ich interessiere mich für ihn (gemeint: ein Thema) → ✅ Ich interessiere mich dafür. (für ihn = für einen Mann)
  • Woauf wartest du? → ✅ Worauf wartest du? (r vor einem Vokal)
  • Daauf kannst du dich verlassen. → ✅ Darauf kannst du dich verlassen.
  • Mit was hast du das geöffnet? → ✅ Womit hast du das geöffnet? (Standard-Frageform)
  • Ich erinnere mich an das. → ✅ Ich erinnere mich daran.

Kurzer Check

Ersetze die Lücke durch eine da-/wo-Form oder Präposition + Pronomen.

  1. Hier ist der Tisch. Stell die Lampe ___ (auf).
  2. „___ wartest du?" – „Auf den Zug."
  3. Meine Schwester kommt später. Ich warte ___ (auf).
  4. Es kommt ___ an, ob wir genug Zeit haben.
  5. „___ hast du das geschnitten?" – „Mit dem großen Messer."
Antworten anzeigen
  1. Stell die Lampe darauf. (eine Sache, der Tisch → da- + auf, mit r)
  2. Worauf wartest du?" (Frage nach einer Sache)
  3. Ich warte auf sie. (eine Person → Präposition + Pronomen, nicht darauf)
  4. Es kommt darauf an, ob … (ankommen auf + Platzhalter für den ob-Satz)
  5. Womit hast du das geschnitten?" (Frage nach einer Sache; mit nimmt kein r)

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sache → da(r)- + Präposition (darauf, damit, davon); Frage nach einer Sache → wo(r)- + Präposition (worauf, womit).
  • Ein -r- kommt nur dazwischen, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt: darauf, woran — aber damit, wovon.
  • Eine Person behält Präposition + Pronomen (auf ihn) oder Präposition + wen/wem (auf wen).
  • Eine da-Form weist oft auf einen dass- / ob-Satz oder zu-Infinitiv voraus: Es hängt davon ab, ob …
  • damit als Adverb („mit etwas") und damit als Konjunktion („so dass") erkennt man an der Wortstellung.