Inzwischen kennst du bereits das Grundmuster eines Phrasal Verbs und die goldene Regel zu Pronomen – schau bei Phrasal Verbs (Einführung) noch einmal nach, falls du eine Auffrischung zu trennbar und untrennbar brauchst und dazu, warum ✅ turn it off richtig ist, aber ❌ turn off it niemals. Dieser Artikel geht weiter: Verben aus drei Wörtern statt zwei, ein und dasselbe Verb mit mehreren unabhängigen Bedeutungen je nach Kontext, und wann ein Phrasal Verb die natürliche Wahl ist – und wann es zu umgangssprachlich klingt.

Kurz gesagt. Bei einem Phrasal-Prepositional-Verb (drei Wörter: Verb + Partikel + Präposition) steht das Objekt meist direkt nach der letzten Präposition: ✅ put up with it, niemals ❌ put it up with. Ein einzelnes Phrasal Verb kann außerdem mehrere unabhängige Bedeutungen haben – nur der Kontext zeigt, welche gemeint ist.

Dreiteilige Phrasal Verbs

Manche Phrasal Verbs fügen nach der Partikel noch ein zweites kleines Wort hinzu – eine Präposition – und bilden so einen festen dreiteiligen Block: Verb + Partikel + Präposition. Diese werden manchmal Phrasal-Prepositional-Verbs genannt, und das Englische verwendet ständig Dutzende davon:

  • I can't put up with this noise any longer. (ertragen)
  • We're really looking forward to the holidays. (sich sehr darauf freuen)
  • We ran out of milk this morning. (alles aufgebraucht haben)
  • She looks up to her older sister. (bewundern)
  • He finally got away with cheating on the test. (für etwas nicht bestraft werden)

Das Deutsche hat mit trennbaren Verben wie anrufen (Ich rufe dich an) ein ähnliches Prinzip, aber keine festen Dreier-Kombinationen aus Verb + zwei kleinen Wörtern. Für put up with gibt es im Deutschen meist ein einziges Verb – ertragen oder aushalten – statt einer mehrteiligen Konstruktion.

Bei diesem häufigen Muster – Verb + Partikel + Präposition + Objekt – steht das Objekt der letzten Präposition direkt danach, egal ob Nomen oder Pronomen:

  • I can't put up with it. — niemals ❌ I can't put it up with oder ❌ I can't put up it with.
  • We're looking forward to it. — niemals ❌ We're looking it forward to.
Verb Bedeutung Beispiel
put up with ertragen She won't put up with any more delays.
look forward to sich freuen auf I'm looking forward to seeing you.
run out of etwas aufbrauchen We ran out of time.
get away with ungestraft davonkommen You won't get away with that twice.
look up to bewundern Younger players look up to her.
come up with sich etwas ausdenken He came up with a great idea.

Das ist aber keine allgemeingültige Regel für jede Dreier-Kombination: Manche, wie talk someone out of something oder fix someone up with something, stellen das erste Objekt stattdessen in die Mitte. Am besten lernt man das Muster jedes dreiteiligen Verbs einzeln, so wie man auch jedes andere Phrasal Verb lernt.

Ein nützliches Detail zu look forward to: Weil es mit der Präposition to endet, folgt danach ein Verb in der -ing-Form, nicht der bloße Infinitiv – ✅ I'm looking forward to seeing you, niemals ❌ I'm looking forward to see you. Das ist dasselbe to + -ing-Muster, das Lernenden auch an anderer Stelle Schwierigkeiten macht (mehr Verben und Ausdrücke mit diesem Verhalten findest du in Gerundium und Infinitiv: fortgeschrittene Muster).

Ein Verb, mehrere Bedeutungen

Auf diesem Niveau liegt die eigentliche Schwierigkeit meist nicht in der Grammatik, sondern darin, dass ein einzelnes Phrasal Verb zwei, drei oder mehr völlig unabhängige Bedeutungen haben kann – nur der umgebende Satz zeigt, welche gemeint ist.

take off

  • The plane took off an hour late. (abheben)
  • She took off her coat. (ein Kleidungsstück ausziehen)
  • His career really took off after that film. (plötzlich erfolgreich werden)

run out / run out of

  • We ran out of milk. (alles aufgebraucht haben – run out of + Nomen als Objekt)
  • Time is running out. (zu Ende gehen – run out allein, ohne Objekt)

get over

  • It took weeks to get over the flu. (sich von einer Krankheit erholen)
  • I still can't get over how kind she was. (rückblickend erstaunt sein)
  • He never really got over losing that match. (sich emotional erholen)

pick up

  • Can you pick up the kids after school? (jemanden abholen)
  • I picked up a bit of Spanish while I was there. (beiläufig etwas lernen)
  • Sales picked up in December. (sich verbessern, zunehmen)

Es gibt keinen grammatischen Trick, um diese Bedeutungen auseinanderzuhalten – nur den Kontext, und mit der Zeit eine mentale Liste der gängigen Bedeutungen jedes Verbs. Ein gutes Lernwörterbuch ist hier wertvoller als jede Regel, da es die einzelnen Bedeutungen meist nummeriert aufführt.

Übertragen vs. wörtlich

Viele Phrasal Verbs beschrieben ursprünglich eine wörtliche, körperliche Handlung und haben später eine übertragene Bedeutung dazubekommen, die sich davon entfernt hat – oft ist die übertragene Bedeutung im Alltagsenglisch sogar die häufigere:

  • break down: wörtlich they broke down the old door (mit Gewalt zerstören); in einem gängigen technischen Sinn the car broke down (kaputtgehen); übertragen talks between the two sides broke down (scheitern) oder she broke down in tears (von Gefühlen überwältigt werden).
  • fall through: wörtlich he fell through the ice (ein physischer Sturz); als idiomatisches Phrasal Verb fast immer übertragen – our plans fell through (doch nicht stattfinden).
  • come across: wörtlich she came across the room to speak to me (sich körperlich bewegen); im übertragenen, aber noch bildhaften Sinn I came across an old photo (zufällig finden); rein übertragen he comes across as very confident (einen bestimmten Eindruck machen).

Wenn dir ein neues Phrasal Verb begegnet, lohnt es sich zu fragen, ob der Satz drumherum wörtlich Sinn ergibt – wenn nicht, ist fast sicher die übertragene Bedeutung gemeint, und die ist meist auch die, die man sich zuerst einprägen sollte, weil sie sich am schwersten erraten lässt.

Formell oder umgangssprachlich: das passende Register wählen

Viele Phrasal Verbs sind einfach die neutrale Alltagsvariante – carry out research, put forward a proposal und take into account wirken auch in formellen Texten völlig selbstverständlich. Manche Phrasal Verbs klingen aber tatsächlich eher umgangssprachlich, und formelle Texte – ein Bericht, ein Aufsatz, eine offizielle E-Mail – greifen dann oft stattdessen zu einem einzelnen, meist aus dem Lateinischen oder Französischen stammenden Verb mit derselben Bedeutung:

eher alltagssprachlich oft formeller / präziser
put off postpone
find out discover
look into investigate
throw away discard
come up with devise / propose

Keine der beiden Spalten ist „richtiger" – die Wahl betrifft das Register, nicht die Grammatik. We need to look into this wirkt in einer E-Mail an eine Kollegin völlig natürlich, während We need to investigate this besser zu einem formellen Bericht passt – die Phrasal-Verb-Variante ist dort nicht grammatisch falsch, nur auffällig umgangssprachlicher für diesen Kontext. Wer in einem lockeren Gespräch nur formelle Einwort-Verben verwendet, kann steif und unnatürlich klingen; wer in einem formellen Dokument zu sehr auf die umgangssprachliche Variante setzt, kann zu beiläufig wirken. Muttersprachler wechseln je nach Gesprächspartner ständig zwischen beiden – das ist eine Fähigkeit, die man wie Wortschatz aufbaut, keine Regel mit nur einer richtigen Antwort.

Häufige Fehler

  • I can't put up it with any longer. → ✅ I can't put up with it any longer. (bei diesem Muster steht das Objekt ganz am Ende, nach Partikel und Präposition)
  • I'm looking forward to see you. → ✅ I'm looking forward to seeing you. (look forward to endet mit der Präposition to, daher braucht ein folgendes Verb die -ing-Form, nicht den bloßen Infinitiv)
  • She never got over to lose the match. → ✅ She never got over losing the match. (get over + -ing, ohne zusätzliches to)

Teste dich

Die richtige Option für jeden Satz ist eine der beiden angegebenen Möglichkeiten.

  1. I really can't put up with / put with up his constant complaining.
  2. We're looking forward to see / seeing you next week.
  3. She never quite got over / got over to losing that match.
  4. In a formal report, investigate is a more formal equivalent of the phrasal verb ______.
Antworten anzeigen
  1. put up with — das Objekt steht direkt nach dem ganzen dreiteiligen Verb.
  2. seeing — nach look forward to folgt die -ing-Form, nicht der bloße Infinitiv.
  3. got over — ohne zusätzliches to vor der -ing-Form.
  4. look into — gleiche Bedeutung, umgangssprachlicheres Register.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei einem dreiteiligen Phrasal-Prepositional-Verb (Verb + Partikel + Präposition, wie put up with oder look forward to) steht das Objekt meist ganz am Ende, direkt nach der letzten Präposition – einige wenige, wie talk someone out of something, stellen ein Objekt stattdessen in die Mitte.
  • Look forward to und ähnliche, auf eine Präposition endende Verben verlangen danach die -ing-Form, nicht den bloßen Infinitiv: looking forward to seeing you.
  • Viele Phrasal Verbs haben mehrere unabhängige Bedeutungen (take off, run out, get over, pick up) – nur der Kontext zeigt, welche gemeint ist.
  • Phrasal Verbs hatten oft ursprünglich eine wörtliche Bedeutung und haben später eine übertragene dazubekommen – im Alltagsenglisch ist meist die übertragene Bedeutung die häufigere.
  • Viele Phrasal Verbs sind völlig neutral, manche wirken aber umgangssprachlich; einige haben ein formelleres Einwort-Äquivalent (put off / postpone), das besser zu Berichten, Aufsätzen und offiziellen Texten passt.