Elle a dit : « Je suis fatiguée. »Elle a dit qu'elle était fatiguée.Sie sagte: „Ich bin müde.“ → Sie sagte, sie sei müde.

Das ist die indirekte Rede (discours indirect): Statt jemandes genaue Worte zu zitieren, baut der Satz sie in einen Nebensatz ein, der mit einem einleitenden Verb und que beginnt. Im Französischen passiert dabei alles gleichzeitig – Pronomen und Possessivbegleiter passen sich an, damit sie aus der Perspektive der berichtenden Person auf die richtigen Menschen verweisen, die Zeitform verschiebt sich häufig mit, und ein paar Zeit- und Ortsangaben ändern sich ebenfalls.

Kurz gefasst: einleitendes Verb + que + Nebensatz. Steht das einleitende Verb in der Vergangenheit, rückt die Zeitform im Nebensatz meist einen Schritt zurück (présent → imparfait, passé composé → plus-que-parfait, futur simple → conditionnel présent). Steht es im Präsens, ändert sich nichts.

Der Grundaufbau

Eine direkte Aussage wird zur indirekten Aussage mit einem einleitenden Verb (dire, expliquer, répondre, ajouter, annoncer, penser …), gefolgt von que und einem ganz normalen Nebensatz – ohne Anführungszeichen, ohne Doppelpunkt:

  • Il dit : « Je pars demain. »Il dit qu'il part demain. (Er sagt: „Ich fahre morgen.“ → Er sagt, dass er morgen fährt.)
  • Elle a répondu : « Je ne sais pas. »Elle a répondu qu'elle ne savait pas. (Sie antwortete: „Ich weiß es nicht.“ → Sie antwortete, dass sie es nicht wisse.)

Que entfällt hier nie, anders als das deutsche „dass“, das im lockeren Nebensatz gelegentlich verschwindet: ✅ *Il dit **qu'*il est content, nie ❌ Il dit il est content.

Pronomen und Possessivbegleiter passen sich der Perspektive der berichtenden Person an

Genau wie im Deutschen wird eine Aussage in der ersten Person meist zur dritten Person, sobald sie in den Satz einer anderen Person eingebettet wird, weil die berichtende Person über die ursprünglich sprechende Person spricht, statt selbst diese Person zu sein – jeil/elle, mon/ma/messon/sa/ses. Welches Pronomen jeweils gebraucht wird, hängt davon ab, wer tatsächlich gemeint ist und aus wessen Perspektive der wiedergegebene Satz gesprochen wird, nicht von einer festen je-→-il/elle-Formel:

  • Marie : « Je vais chercher mon frère. »Marie a dit qu'elle allait chercher son frère. (Marie: „Ich hole meinen Bruder ab.“ → Marie sagte, sie hole ihren Bruder ab.)
  • Paul : « Tu as oublié tes clés. » (zu mir) → Paul m'a dit que j'avais oublié mes clés. (Paul: „Du hast deine Schlüssel vergessen.“ (zu mir) → Paul sagte mir, ich hätte meine Schlüssel vergessen.)

Die Zeitenfolge: Zeitverschiebung nach einem Verb der Vergangenheit

Steht das einleitende Verb (dire, expliquer …) selbst in einer Vergangenheitsform, rückt die Zeitform im que-Satz meist einen Schritt zurück:

Direkte Rede Indirekte Rede (nach einem Verb der Vergangenheit)
présent imparfait
passé composé plus-que-parfait
futur simple conditionnel présent
imparfait imparfait (keine Änderung)
  • Il a dit : « Je travaille. »Il a dit qu'il travaillait. (présent → imparfait)
  • Elle a dit : « J'ai fini. »Elle a dit qu'elle avait fini. (passé composé → plus-que-parfait)
  • Ils ont dit : « Nous viendrons. »Ils ont dit qu'ils viendraient. (futur simple → conditionnel présent)
  • Tu as dit : « J'étais malade. »Tu as dit que tu étais malade. (imparfait bleibt imparfait – es ist schon die „Hintergrund“-Zeitform)

Dieses conditionnel présent in der indirekten Rede ist dieselbe Form wie im Artikel Conditionnel présent – hier ist es aber gar nicht hypothetisch, sondern einfach das, was aus einem futur simple wird, sobald es aus der Rückschau der Vergangenheit berichtet wird.

Diese Verschiebung ist die übliche Tendenz, kein starres Muss: Sie gilt, wenn die Aussage als an ihren Sprechzeitpunkt gebunden dargestellt wird. Ist das Gesagte im Moment des Berichtens noch wahr oder noch aktuell, kann die ursprüngliche Zeitform stehen bleiben: Il m'a dit qu'il est malade (er könnte immer noch krank sein) ist genauso korrekt wie …qu'il était malade – je nachdem, was gemeint ist.

Im Deutschen wird die indirekte Rede vor allem durch den Konjunktiv I markiert (er sagte, er sei krank), nicht durch eine Zeitformverschiebung wie im Französischen – in der gesprochenen Sprache tritt dafür häufig einfach der Indikativ mit „dass“ ein. Das französische Zurückrücken von présent zu imparfait, passé composé zu plus-que-parfait und so weiter hat im Deutschen keine direkte Entsprechung; diese Zeitverschiebung lohnt sich also als eigene, rein französische Regel zu lernen, statt sie mit dem deutschen Konjunktiv gleichzusetzen.

Keine Verschiebung, wenn das einleitende Verb im Präsens steht

Steht das einleitende Verb im Präsens (jemand berichtet gerade jetzt etwas, statt ein früheres Gespräch wiederzugeben), behält die Zeitform im Nebensatz ihre ursprüngliche Form – nichts verschiebt sich:

  • Il dit qu'il travaille. (Er sagt, dass er arbeitet.) – présent bleibt présent.
  • Elle dit qu'elle a fini. (Sie sagt, dass sie fertig ist.) – passé composé bleibt passé composé.
  • Ils disent qu'ils viendront. (Sie sagen, dass sie kommen werden.) – futur simple bleibt futur simple.

Ein einleitendes Verb in der Vergangenheit macht die Verschiebung überhaupt erst möglich – zwingend ist sie aber nicht, wie die Anmerkung oben zeigt: Ob die Zeitform tatsächlich wechselt, hängt davon ab, ob die Aussage im Moment des Berichtens noch aktuell ist.

Auch Zeit- und Ortsangaben verschieben sich

Ein Wort wie aujourd'hui („heute“) ergibt nur vom ursprünglichen Sprechzeitpunkt aus Sinn. Sobald die Aussage berichtet wird – vor allem nach einem einleitenden Verb der Vergangenheit, wenn das Berichten selbst gerade zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet – brauchen mehrere dieser Angaben ihre eigene, angepasste Form:

Direkte Rede Indirekte Rede (nach einem Verb der Vergangenheit)
aujourd'hui (heute) ce jour-là (an jenem Tag)
hier (gestern) la veille (am Tag zuvor)
demain (morgen) le lendemain (am nächsten Tag)
la semaine prochaine (nächste Woche) la semaine suivante (die folgende Woche)
la semaine dernière (letzte Woche) la semaine précédente (die vorangegangene Woche)
maintenant (jetzt) à ce moment-là (in jenem Moment)
ici (hier) là (dort)
  • Il a dit : « Je pars demain. »Il a dit qu'il partait le lendemain. (Er sagte: „Ich fahre morgen.“ → Er sagte, er fahre am nächsten Tag.)
  • Elle a dit : « J'étais malade hier. »Elle a dit qu'elle était malade la veille. (Sie sagte: „Ich war gestern krank.“ → Sie sagte, sie sei am Tag zuvor krank gewesen.)

Genau wie bei der Zeitformverschiebung gilt das nur, sobald das Berichten an einem anderen Zeitpunkt verankert ist als die ursprüngliche Aussage – berichtet jemand im Präsens etwas, das gerade im selben Gespräch gesagt wurde (Il dit qu'il part demain – er sagt es heute, über dasselbe Morgen), braucht es diese Angaben nicht.

Typische Fehler

  • Il dit il est fatigué. → ✅ Il dit qu'il est fatigué. (que entfällt hier nie, anders als das deutsche „dass“)
  • Elle a dit qu'elle est malade. → ✅ Elle a dit qu'elle était malade. (die übliche Form nach einem Verb der Vergangenheit, außer die Krankheit soll noch aktuell sein)
  • Il a dit qu'il partait demain. → ✅ Il a dit qu'il partait le lendemain. (verschiebt sich mit einem Verb der Vergangenheit der Bezugspunkt, muss meist auch die Zeitangabe mitwechseln, nicht nur die Zeitform)
  • Elle a dit : « Je vais bien. » wiedergegeben als Elle a dit que je vais bien. → ✅ Elle a dit qu'elle allait bien. (das Pronomen muss zu der Person passen, über die tatsächlich gesprochen wird)

Kurzer Check

Lösungen anzeigen
  1. Il a dit : « Je suis content. »Il a dit qu'____.il était content
  2. Elle a dit : « J'ai vu ce film hier. »Elle a dit qu'elle ____ ce film ____.avait vu / la veille
  3. Ils ont dit : « Nous partirons demain. »Ils ont dit qu'ils ____ ____.partiraient / le lendemain
  4. (Richtig oder falsch?) Nach einem einleitenden Verb der Vergangenheit ändert sich die Zeitform immer, ohne Ausnahme.Falsch – bleibt die Aussage im Moment des Berichtens noch wahr, kann die ursprüngliche Zeitform stehen bleiben (Il m'a dit qu'il est malade).
  5. Marie : « Je vais chercher mon frère. »Marie a dit qu'____ allait chercher ____ frère.elle / son

Wichtig zu merken

  • Die indirekte Rede lässt Anführungszeichen und Doppelpunkt weg und leitet das Gesagte mit einem einleitenden Verb + que ein, das nie entfallen kann.
  • Pronomen und Possessivbegleiter passen sich an, wer tatsächlich gemeint ist, nicht wer ursprünglich gesprochen hat.
  • Steht das einleitende Verb in der Vergangenheit, rückt die Zeitform meist einen Schritt zurück: présent → imparfait, passé composé → plus-que-parfait, futur simple → conditionnel présent (imparfait bleibt imparfait) – außer die Aussage ist im Moment des Berichtens noch wahr oder aktuell, dann bleibt die ursprüngliche Zeitform stehen.
  • Steht das einleitende Verb im Präsens, behält die Zeitform im Nebensatz ihre ursprüngliche Form.
  • Zeit- und Ortsangaben wie aujourd'hui, hier, demain und ici werden zu ce jour-là, la veille, le lendemain und , sobald das Berichten an einem anderen Zeitpunkt verankert ist als die ursprüngliche Aussage.