Dubito che Marco venga alla festa.Ich bezweifle, dass Marco zur Party kommt.

Wenn du nicht sicher bist, dass etwas stimmt, steht das Verb nach che im Italienischen im congiuntivo. Das Hauptverb oder die Wendung nennt den Zweifel (dubito, non sono sicuro, può darsi), und das congiuntivo kennzeichnet, was folgt, als etwas, das nicht als gesichert gilt. In diesem Artikel geht es darum, wann es steht; die Formen findest du in Konjunktiv Präsens (congiuntivo presente): die Formen.

Kurz gesagt: Zweifel → che + congiuntivo (Dubito che sia vero), Gewissheit → che + Indikativ (Sono sicuro che è vero). Gleiches Subjekt → di + Infinitiv (Dubito di riuscire).

Im Deutschen steht nach bezweifeln, dass und nicht sicher sein, dass meist der Indikativ (Ich bezweifle, dass er kommt). Im Italienischen ist hier das congiuntivo die übliche Form, auch wenn der deutsche Satz ganz gewöhnlich klingt.

Verben und Wendungen des Zweifels

Nach einem Verb oder einer Wendung, die Zweifel oder Unsicherheit ausdrückt, steht das Verb im che-Satz im congiuntivo:

Ausdruck Beispiel
dubitare che Dubito che lui sappia la risposta. (Ich bezweifle, dass er die Antwort weiß.)
non essere sicuro/a che Non sono sicuro che il negozio sia aperto. (Ich bin nicht sicher, dass das Geschäft geöffnet ist.)
non essere certo/a che Non siamo certi che abbiano capito. (Wir sind nicht sicher, dass sie es verstanden haben.)
non essere convinto/a che Non sono convinta che questa sia la strada giusta. (Ich bin nicht überzeugt, dass das der richtige Weg ist.)
non è detto che Non è detto che lei voglia venire. (Es ist nicht gesagt, dass sie kommen möchte.)
non è vero che Non è vero che sia così difficile. (Es stimmt nicht, dass es so schwierig ist.)
negare che Nega che sia stato lui. (Er bestreitet, dass er es war.)
non mi risulta che Non mi risulta che abbiano chiamato. (Soweit ich weiß, haben sie nicht angerufen.)
può darsi che Può darsi che Paolo abbia ragione. (Es kann sein, dass Paolo recht hat.)

Auch non credere che und non pensare che gehören hierher (Non credo che sia vero); sie werden in Konjunktiv nach Wünschen und Meinungsäußerungen (volere che, pensare che, credere che) behandelt.

Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit

Wendungen, die etwas nur als möglich oder wahrscheinlich darstellen, verlangen das congiuntivo, weil die sprechende Person nicht behauptet, dass es so ist:

  • È possibile che piova domani. (Es kann sein, dass es morgen regnet.)
  • È probabile che Anna arrivi tardi. (Anna kommt wahrscheinlich zu spät.)
  • È improbabile che vincano. (Es ist unwahrscheinlich, dass sie gewinnen.)

Adverbien wie forse (vielleicht) und probabilmente (wahrscheinlich) sind anders. Auf sie folgt kein che, und in der Alltagssprache steht das Verb meist im Indikativ: Forse Marco arriva domani. (Vielleicht kommt Marco morgen.) Ein congiuntivo nach forse findet sich im literarischen Stil, aber im Alltag ist der Indikativ die normale Wahl.

Wann der Indikativ bleibt: Gewissheit

Wer sich sicher ist, hat keinen Zweifel, den das congiuntivo kennzeichnen müsste. Deshalb steht das Verb im Indikativ:

  • Sono sicuro che Marco è a casa. (Ich bin sicher, dass Marco zu Hause ist.)
  • Sono certa che loro vengono. (Ich bin sicher, dass sie kommen.)
  • So che lei parla bene l'inglese. (Ich weiß, dass sie gut Englisch spricht.)

Vergleiche: Non sono sicuro che Marco sia a casa (Zweifel → congiuntivo) und Sono sicuro che Marco è a casa (Gewissheit → Indikativ).

Non dubitare che ist ein Sonderfall. Dubitare verlangt weiterhin das congiuntivo, und das ist die Standardwahl: Non dubito che dica la verità. (Ich zweifle nicht daran, dass er die Wahrheit sagt.) Man liest auch den Indikativ (Non dubito che dice la verità), um die Zuversicht der sprechenden Person zu betonen.

In einer Frage ist das congiuntivo nach essere sicuro che die Standardform (Sei sicuro che il negozio sia aperto?), obwohl man im Gespräch oft den Indikativ hört. Den größeren Gegensatz zwischen beiden Modi behandelt Konjunktiv vs Indikativ: Grundkontrast.

Gleiches Subjekt: di + Infinitiv

Wenn die Person, die zweifelt, zugleich die Person ist, die handelt, steht im Italienischen normalerweise di + Infinitiv statt eines che-Satzes. Ein che-Satz mit demselben Subjekt ist möglich, alltäglich ist aber der Infinitiv:

  • Dubito di riuscire a finire oggi. (statt Dubito che io riesca…)
  • Non sono sicura di capire. (statt Non sono sicura che io capisca)
  • Non sono certo di avere le chiavi. (statt Non sono certo che io abbia le chiavi)

Vergleiche: Dubito che tu riesca (verschiedene Subjekte, congiuntivo) und Dubito di riuscire (gleiches Subjekt, Infinitiv). Das di steht nur vor einem Infinitiv: vor che steht kein di (Dubito che venga, nicht ❌ Dubito di che venga).

Präsens oder Vergangenheit?

Steht das Hauptverb (dubito, non sono sicuro) im Präsens, richtet sich die Zeit des congiuntivo nach der Zeit des Geschehens:

  • congiuntivo presente für etwas, das jetzt geschieht oder noch bevorsteht: Dubito che Marco arrivi domani. (Ich bezweifle, dass Marco morgen ankommt.)
  • congiuntivo passato für etwas, das schon abgeschlossen ist: Dubito che Marco sia arrivato ieri. (Ich bezweifle, dass Marco gestern angekommen ist.) Es wird aus dem congiuntivo presente von avere oder essere und dem Partizip Perfekt gebildet, mit demselben Hilfsverb wie beim passato prossimo: Non sono sicura che abbiano già mangiato.

Steht das Hauptverb in einer Vergangenheitsform (Dubitavo che…), verwendet das Italienische andere Zeiten des congiuntivo (imperfetto und trapassato), die hier nicht behandelt werden.

Häufige Fehler

  • ❌ Non sono sicuro che tu sappi la strada. → ✅ Non sono sicuro che tu sappia la strada. (unregelmäßig: sappia)
  • ❌ Dubito che Marco abbia arrivato. → ✅ Dubito che Marco sia arrivato. (arrivare hat im passato prossimo und im congiuntivo passato essere)
  • ❌ Non sono sicura che Anna sia partito. → ✅ Non sono sicura che Anna sia partita. (das Partizip mit essere richtet sich nach Anna: partita)
  • ❌ Dubito di che Marco venga. → ✅ Dubito che Marco venga. (kein di vor che)

Kurzer Check

Welche Form passt in die Lücke (congiuntivo, Indikativ oder Infinitiv)?

  1. Dubito che Luca ____ (venire) alla festa.
  2. Sono sicuro che Anna ____ (essere) a casa.
  3. Non sono sicura che loro ____ già ____ (arrivare).
  4. Dubito ____ (riuscire) a finire oggi.
  5. Può darsi che Paolo ____ (avere) ragione.
  6. Non è detto che lei ____ (sapere) la risposta.
  7. Forse Marco ____ (arrivare) domani.
  8. Dubito che tu ____ (sapere) la strada.
Antworten anzeigen
  1. venga   2. è   3. siano … arrivati   4. di riuscire   5. abbia   6. sappia   7. arriva (die übliche Wahl nach forse)   8. sappia

Das Wichtigste

  • Zweifel (dubitare che, non essere sicuro/certo che, non è detto che, può darsi che) und Möglichkeit (è possibile/probabile che) verlangen nach che das congiuntivo.
  • Gewissheit (sono sicuro che, so che) bleibt im Indikativ; auch auf forse und probabilmente folgt meist der Indikativ.
  • Auch non credo che und non penso che verlangen das congiuntivo, ebenso non dubito che (der Indikativ steht dort manchmal, um Zuversicht zu betonen).
  • Gleiches Subjekt → di + Infinitiv (Dubito di riuscire); verschiedene Subjekte → che + congiuntivo.
  • Congiuntivo presente für Gegenwart und Zukunft (arrivi), congiuntivo passato für Abgeschlossenes (sia arrivato).