So che Marco viene. / Penso che Marco venga.Ich weiß, dass Marco kommt. / Ich denke, dass Marco kommt.

Nach che hat das Italienische die Wahl zwischen zwei Modi, und diese Wahl sagt etwas über die sprechende Person. Der Indikativ stellt etwas als Tatsache dar, die man gelten lässt; das congiuntivo stellt es als Wunsch, Meinung, Zweifel, Gefühl oder Wertung dar. Dieser Artikel legt die fünf vorigen congiuntivo-Artikel nebeneinander, damit du schnell zwischen den beiden Modi entscheiden kannst.

Kurz gesagt: Frag dich: „Stelle ich das als Tatsache fest, oder wünsche, denke, bezweifle, fühle oder bewerte ich es?“ Tatsache → Indikativ (So che è tardi). Wunsch, Meinung, Zweifel, Gefühl, Wertung → congiuntivo (Voglio che tu venga, Credo che sia tardi). Gleiches Subjekt → Infinitiv (Voglio partire).

Im Deutschen steht nach vielen dieser Verben der Indikativ (Ich denke, dass er kommt), und der deutsche Konjunktiv funktioniert anders als das congiuntivo und ist kein direkter Ersatz dafür. Im Italienischen ist das congiuntivo dagegen nach pensare che, volere che oder dubitare che die übliche Form, auch in der normalen Alltagssprache.

Das Gesamtbild

Was der Hauptsatz ausdrückt Modus nach che Beispiel
Wissen, Tatsachen, Berichte (sapere, vedere, dire, è vero, è chiaro) Indikativ So che lei lavora a Milano. (Ich weiß, dass sie in Mailand arbeitet.)
Gewissheit (essere sicuro, essere certo) Indikativ Sono sicura che arrivano domani. (Ich bin sicher, dass sie morgen ankommen.)
Wunsch, Hoffnung, Bitte (volere, sperare, preferire) congiuntivo Spero che tu stia meglio. (Ich hoffe, dass es dir besser geht.)
Meinung (pensare, credere, ritenere) congiuntivo Penso che abbia ragione. (Ich denke, dass er recht hat.)
Zweifel, Möglichkeit (dubitare, non essere sicuro, è possibile) congiuntivo Dubito che sia vero. (Ich bezweifle, dass es wahr ist.)
Gefühl (essere contento, avere paura, mi dispiace) congiuntivo Sono contenta che siate qui. (Ich freue mich, dass ihr hier seid.)
Wertung (è importante, bisogna, è meglio, basta) congiuntivo È meglio che parta subito. (Es ist besser, dass er sofort losfährt.)

Jede Zeile hat einen eigenen Artikel mit den vollständigen Listen der Verben und Wendungen:

Derselbe Sachverhalt, andere Haltung

Am deutlichsten spürt man den Unterschied, wenn der Nebensatz gleich bleibt und nur das Hauptverb wechselt:

Indikativ (Tatsache) congiuntivo (keine bloße Tatsache)
So che Anna è in ufficio. (Ich weiß, dass Anna im Büro ist.) Penso che Anna sia in ufficio. (Ich denke, dass Anna im Büro ist.)
Vedo che piove. (Ich sehe, dass es regnet.) Temo che piova. (Ich fürchte, dass es regnen wird.)
È vero che ha vinto. (Es stimmt, dass er gewonnen hat.) Non è vero che abbia vinto. (Es stimmt nicht, dass er gewonnen hat.)
Sono sicuro che lui viene. (Ich bin sicher, dass er kommt.) Non sono sicuro che lui venga. (Ich bin nicht sicher, dass er kommt.)
È chiaro che ha sbagliato. (Es ist klar, dass er sich geirrt hat.) È possibile che abbia sbagliato. (Es ist möglich, dass er sich geirrt hat.)

Zwei Dinge fallen auf. Erstens wechselt derselbe Ausdruck oft den Modus, je nachdem, ob der Hauptsatz bejaht oder verneint ist: è vero che steht normalerweise mit dem Indikativ und non è vero che mit dem congiuntivo, sono sicuro che normalerweise mit dem Indikativ und non sono sicuro che mit dem congiuntivo. Das ist eine Tendenz, keine mechanische Regel: Die Verneinung erzwingt das congiuntivo nicht (Non mi ha detto che arriva domani), und wer weniger kategorisch klingen möchte, kann nach sono sicuro che auch das congiuntivo wählen. Zweitens gehören Gewissheit und Offensichtlichkeit (è chiaro, è evidente, è ovvio che) zum Indikativ, Möglichkeit (è possibile, è probabile che) dagegen zum congiuntivo.

Wendungen, nach denen der Indikativ bleibt

Verben des Wissens, Wahrnehmens und Berichtens stellen den Inhalt als wahr dar, deshalb folgt der Indikativ:

  • sapere, vedere, sentire, notare, accorgersi che: Mi sono accorta che manca una chiave. (Mir ist aufgefallen, dass ein Schlüssel fehlt.)
  • dire, raccontare, spiegare, rispondere che: Mi ha detto che arriva alle otto. (Er hat mir gesagt, dass er um acht ankommt.)
  • è vero, è chiaro, è evidente, è ovvio, è certo che: È ovvio che hai ragione. (Es ist offensichtlich, dass du recht hast.)
  • perché (weil) und siccome (da): Resto a casa perché piove. (Ich bleibe zu Hause, weil es regnet.)
  • forse und probabilmente, auf die kein che folgt: Forse viene domani. (Er kommt vielleicht morgen.)

Wenn die Wahl nicht so scharf ist

Das gesprochene Italienisch ist weniger ordentlich als eine Regeltabelle. Ein paar Punkte sollte man kennen, damit sie nicht überraschen.

  • Meinungsverben in der gesprochenen Sprache. Nach credo che und penso che verwenden viele Sprecherinnen und Sprecher im informellen Gespräch den Indikativ (Penso che ha ragione). In der Schrift und in sorgfältiger Rede ist das congiuntivo die Standardform und damit die sichere Wahl.
  • Gewissheit mit weicherer Haltung. Der Indikativ nach sono sicuro che ist die normale Wahl; das congiuntivo (Sono sicuro che sia così) hört man auch, wenn die sprechende Person weniger kategorisch klingen will.
  • Fragen. Nach essere sicuro che in einer Frage ist das congiuntivo die Standardform (Sei sicuro che sia giusto?), im Gespräch hört man oft den Indikativ.
  • Non dubito che. Die Standardform steht im congiuntivo (Non dubito che venga); der Indikativ wird manchmal verwendet, um die Zuversicht der sprechenden Person zu betonen.
  • Il fatto che. Nach il fatto che steht meist das congiuntivo, wenn es den Grund einer Wertung nennt (Il fatto che sia tardi non cambia nulla), aber der Indikativ, wenn es einfach eine Tatsache feststellt.

Gleiches Subjekt: der Infinitiv

Wenn die Person, die will, fürchtet oder bezweifelt, zugleich die Person ist, die handelt, steht im Italienischen meist ein Infinitiv statt eines che-Satzes:

  • Voglio partire. (Ich will losfahren.) / Voglio che tu parta. (Ich will, dass du losfährst.)
  • Spero di vincere. (Ich hoffe zu gewinnen.) / Spero che loro vincano. (Ich hoffe, dass sie gewinnen.)
  • Sono contento di essere qui. (Ich freue mich, hier zu sein.) / Sono contento che tu sia qui. (Ich freue mich, dass du hier bist.)

Der Infinitiv ist die alltägliche Wahl, keine ausnahmslose Regel, und je nach Verb steht er mit di oder ohne Präposition. Einige Verben des Bittens, Erlaubens und Befehlens haben ein anderes Muster, a qualcuno di + Infinitiv (Gli ho chiesto di aspettare).

Häufige Fehler

  • ❌ Penso che sappi la verità. → ✅ Penso che sappia la verità. (das congiuntivo von sapere ist unregelmäßig: sappia)
  • ❌ Spero che Anna sia partito. → ✅ Spero che Anna sia partita. (das Partizip mit essere richtet sich nach Anna)
  • ❌ Voglio che tu vieni con noi. → ✅ Voglio che tu venga con noi. (ein Wunsch → congiuntivo)
  • ❌ Mi dispiace di che tu sia malato. → ✅ Mi dispiace che tu sia malato. (kein di vor che)

Kurzer Check

Versuch, für jede Lücke die passende Verbform zu wählen (congiuntivo, Indikativ oder Infinitiv).

  1. Sono sicuro che Marco ____ (essere) a casa.
  2. Non sono sicuro che Marco ____ (essere) a casa.
  3. Voglio che tu ____ (venire) con noi.
  4. Sono contenta ____ (essere) qui.
  5. Mi ha detto che ____ (arrivare) domani.
  6. È importante che loro ____ già ____ (partire).
  7. Forse lei ____ (avere) ragione.
  8. Penso che Luca ____ (sapere) la risposta.
Antworten anzeigen
  1. è   2. sia   3. venga   4. di essere   5. arriva   6. siano … partiti   7. ha (die übliche Wahl nach forse)   8. sappia

Das Wichtigste in Kürze

  • Tatsachen, Wissen, Berichte und Gewissheit (so che, vedo che, dice che, è vero che, è chiaro che, sono sicuro che) stehen im Indikativ.
  • Wünsche, Meinungen, Zweifel, Möglichkeit, Gefühle und Wertungen verlangen nach che das congiuntivo.
  • Wird eine Gewissheit verneint (non sono sicuro che, non è vero che), rückt der Satz oft ins congiuntivo, doch die Verneinung allein erzwingt es nicht.
  • Gleiches Subjekt → Infinitiv (Voglio partire); bei einem Verb oder einer Wendung, die das congiuntivo verlangt, gilt für ein anderes Subjekt: che + congiuntivo (Voglio che tu parta).
  • In der gesprochenen Alltagssprache hört man nach credo che und penso che oft den Indikativ, doch das congiuntivo ist die Standardform.