Du weißt bereits, wie Possessivartikel wie mein, dein und sein im Nominativ und Akkusativ funktionieren – sie nehmen dieselben Endungen wie ein. Der Dativ bringt einen weiteren Satz Endungen dazu, und es ist wieder dieselbe Geschichte: Possessivartikel hängen einfach die Dativendungen der ein-Wörter an, die du schon von einem, einer und keinem kennst. Das deckt die drei Kasus ab, die du bisher kennengelernt hast – den vierten deutschen Kasus, den Genitiv, lernst du später, auf B1-Niveau.
Kurz gesagt: Im Dativ bekommt jede Form eine Endung – -em für Maskulinum und Neutrum, -er für Femininum, -en im Plural – genau die Endungen von einem/einer/einen.
Das vollständige Paradigma
Hier ist mein- durch alle drei Kasus dekliniert, die du bisher kennst:
| maskulin | feminin | neutral | Plural | |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mein Vater | meine Mutter | mein Kind | meine Kinder |
| Akkusativ | meinen Vater | meine Mutter | mein Kind | meine Kinder |
| Dativ | meinem Vater | meiner Mutter | meinem Kind | meinen Kindern |
- Ich helfe meinem Vater. – maskulin, Dativ
- Ich schreibe meiner Mutter. – feminin, Dativ
- Ich gebe meinem Kind das Buch. – neutral, Dativ
- Ich helfe meinen Kindern. – Plural, Dativ – denk auch an das eigene -n des Nomens (außer der Plural endet schon auf -n oder -s, wie Frauen oder Autos), genau wie bei jedem anderen Dativplural
Jeder andere Possessivstamm – dein-, sein-, ihr-, unser-, euer-, ihr-/Ihr- – nimmt dieselben Dativendungen. Nur der Stamm ändert sich mit dem Besitzer; die Endungen hängen immer nur von Genus, Numerus und Kasus des Nomens ab.
Warum die Endungen bekannt vorkommen
Stell die Dativendungen von mein- denen von ein und dem gegenüber: Hier ist nichts Neues.
| maskulin | feminin | neutral | Plural | |
|---|---|---|---|---|
| Dativartikel | dem | der | dem | den |
| Dativ ein | einem | einer | einem | — |
| Dativ mein- | meinem | meiner | meinem | meinen |
Mein- ist, wie ein, ein ein-Wort – ein Artikel, der die Endungen von ein nimmt, statt selbst wie der/die/das dekliniert zu werden. Seine Dativendung entspricht einfach dem Ende der Dativform des bestimmten Artikels: -em, wo dem auf -em endet, -er, wo der auf -er endet, -en, wo den auf -en endet. Possessivartikel erweitern dasselbe Muster einfach auf den Plural, wo ein selbst gar keine Form hat.
Im Englischen werden Possessivartikel wie my nicht nach dem Kasus verändert – my father bleibt my father, egal ob als Subjekt, direktes oder indirektes Objekt. Im Deutschen ist das anders: mein- braucht für jeden Kasus eine eigene Endung, wie du hier siehst.
Euer verliert weiterhin das e
Die Rechtschreibbesonderheit aus der Nominativ-/Akkusativ-Lektion bleibt unverändert: euer verliert das e direkt vor dem r, sobald eine Endung folgt – auch im Dativ:
- ✅ Ich helfe eurem Vater. – nicht ❌ euerem
- ✅ Ich schreibe eurer Mutter. – nicht ❌ euerer
Häufige Fehler
- ❌ Ich helfe mein Vater. → ✅ Ich helfe meinem Vater. (der Dativ verlangt immer eine Endung, auch bei maskulin und neutral, die im Nominativ gar keine hatten)
- ❌ Ich gebe meinem Kinder das Buch. → ✅ Ich gebe meinen Kindern das Buch. (der Dativplural ist -en am Artikel – meinem ist die maskuline/neutrale Form, nicht die Pluralform)
- ❌ Ich schreibe meine Mutter. → ✅ Ich schreibe meiner Mutter. (feminin sieht im Nominativ und Akkusativ gleich aus, aber das -er im Dativ unterscheidet sich von beiden)
- ❌ Ich helfe euerem Bruder. → ✅ Ich helfe eurem Bruder. (euer verliert auch hier das mittlere e, genau wie im Nominativ und Akkusativ)
Kurzer Check
Ergänze die richtige Dativform des Possessivartikels.
- (ich) Ich helfe ____ Schwester. (mein / meiner / meine)
- (er) Ich schreibe ____ Vater einen Brief. (sein / seinem / seiner)
- (wir) Ich gebe ____ Kindern die Bücher. (unser / unseren / unserem)
- (ihr) Ich danke ____ Lehrer. (euer / eurem / eure)
Antworten anzeigen
- Ich helfe meiner Schwester. (feminin, Dativ, -er)
- Ich schreibe seinem Vater einen Brief. (maskulin, Dativ, -em)
- Ich gebe unseren Kindern die Bücher. (Plural, Dativ, -en)
- Ich danke eurem Lehrer. (maskulin, Dativ, -em, e fällt weg)
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Possessivartikel nehmen dieselben Dativendungen wie jedes andere ein-Wort: -em für maskulin und neutral, -er für feminin, -en für Plural.
- Diese Endungen entsprechen den Dativformen des bestimmten Artikels – dem, der, dem, den – einfach an den Possessivstamm angehängt.
- Anders als im Nominativ, wo maskulin und neutral gar keine Endung haben, bekommt der Dativ immer eine, für jedes Genus.
- Denk an das eigene -n des Pluralnomens neben der Artikelendung – außer der Plural endet schon auf -n oder -s.
- Euer verliert im Dativ weiterhin sein mittleres -e: eurem, eurer – nicht euerem/euerer.