Faccio riparare la macchina.Ich lasse das Auto reparieren.
Im Italienischen gibt es eine praktische Möglichkeit, über etwas zu sprechen, das jemand anderes für dich erledigt: fare + Infinitiv. Sie deckt „jemanden etwas tun lassen“ (Mi fa ridere.) und „etwas machen lassen“ (Faccio riparare la macchina.) ab. Das Verb fare steht vorn, der Infinitiv folgt unmittelbar, und die Person, die die Handlung ausführt, kommt danach.
Kurz gesagt: fare + Infinitiv, ohne etwas dazwischen: Faccio entrare Marco. Faccio riparare la macchina. Die handelnde Person wird durch ein direktes Pronomen ausgedrückt, wenn der Infinitiv kein Objekt hat (Lo faccio entrare.), und durch ein indirektes, wenn er eines hat (Gliela faccio riparare.).
Im Deutschen steht dafür oft lassen (Ich lasse das Auto reparieren), das sowohl „veranlassen“ als auch „erlauben“ abdeckt. Im Italienischen steht fare eher für „veranlassen“ und „machen lassen“, während für „erlauben“ meist lasciare gewählt wird. Beide werden wie im Deutschen mit dem bloßen Infinitiv verbunden, ohne zu.
Das Grundmuster
Das Subjekt (io, Anna …) ist die Person, die die Handlung veranlasst. Der Infinitiv sagt, was geschieht, und danach folgt, wer es tut:
- Faccio entrare i bambini. (Ich lasse die Kinder herein.)
- Il film mi fa ridere. (Der Film bringt mich zum Lachen.)
- Il professore fa leggere un testo agli studenti. (Der Lehrer lässt die Schüler einen Text lesen.)
- Facciamo riparare la bici. (Wir lassen das Fahrrad reparieren.)
Zwischen fare und dem Infinitiv steht kein di, a oder che: ✅ Mi fa ridere. ❌ Mi fa di ridere. Die übliche Wortstellung ist fare + Infinitiv + handelnde Person, daher ist Faccio entrare i bambini die unmarkierte Wahl.
Bei einigen Verben der Bewegung und des Zeigens bekommt fare auch die Bedeutung „hereinlassen / herauslassen / zeigen“: far entrare (hereinlassen), far uscire (hinauslassen), far passare (durchlassen), far vedere (zeigen), far sapere (wissen lassen). Das sind sehr häufige feste Verbindungen: Mi fai vedere la foto? (Zeigst du mir das Foto?) Fammi sapere! (Lass es mich wissen!)
Die Pronomen: direkt oder indirekt?
Wie die handelnde Person ausgedrückt wird, hängt davon ab, ob der Infinitiv ein eigenes Objekt hat.
1. Der Infinitiv hat kein Objekt: Die Person wird durch ein direktes Pronomen ausgedrückt (lo, la, li, le):
- Faccio entrare Marco. → Lo faccio entrare. (Ich lasse ihn herein.)
- Faccio partire i ragazzi. → Li faccio partire. (Ich lasse sie losfahren.)
2. Der Infinitiv hat ein Objekt, und keine Person wird genannt: Das Objekt ist das direkte Pronomen:
- Faccio riparare la macchina. → La faccio riparare. (Ich lasse es reparieren.)
3. Der Infinitiv hat ein Objekt, und die handelnde Person wird auch genannt: Das Objekt bleibt direkt, die Person wird indirekt (a + Nomen oder ein indirektes Pronomen):
- Faccio riparare la macchina al meccanico. → Gliela faccio riparare. (Ich lasse sie vom Mechaniker reparieren.)
- Faccio leggere il testo agli studenti. → Glielo faccio leggere. (Ich lasse es die Schüler lesen.)
- Mi fai vedere la foto? → Me la fai vedere? (Zeigst du sie mir?)
Das Pronomenpaar verhält sich genau wie unter Kombinierte Objektpronomen (me lo, te la, glielo …) beschrieben: Das indirekte steht zuerst und verändert sich (mi → me, gli / le → glie-). Die einzelnen Pronomen findest du unter Direkte Objektpronomen (mi, ti, lo, la, ci, vi, li, le) und Indirekte Objektpronomen (mi, ti, gli, le, ci, vi, gli/loro).
Bei einem Nomen kann die handelnde Person mit a (al meccanico) oder mit da (dal meccanico) angeschlossen werden. Da ist die übliche Wahl, wenn a missverständlich wäre, weil es klar markiert, wer handelt: Faccio mangiare il bambino dalla nonna (die Großmutter füttert das Kind) ist eindeutig, während Faccio mangiare il bambino alla nonna auf zwei Arten gelesen werden könnte.
Wohin die Pronomen kommen
Ein Pronomen vor fare gehört zur ganzen Einheit fare + Infinitiv und wird daher wie ein Pronomen bei einem einzelnen Verb gestellt (siehe Stellung der Objektpronomen):
| Verbform | Stellung | Beispiel |
|---|---|---|
| Konjugiertes fare | vor fare | Lo faccio entrare. · Non la faccio riparare. |
| fare im Infinitiv | an fare angehängt, das End-e entfällt | Voglio farlo entrare. · farglielo leggere |
| Kurzer Imperativ fa' | angehängt, das Pronomen verdoppelt den ersten Buchstaben (außer gli) | Falla entrare! · Fammi vedere! · Fagli vedere! |
| Modalverb + fare | vor dem Modalverb oder an fare angehängt | Lo posso far riparare. / Posso farlo riparare. |
Im passato prossimo steht fare mit avere, und das Pronomen kommt vor das Hilfsverb. Steht das Pronomen für die handelnde Person, richtet sich das Partizip nach ihm: Li ho fatti entrare. (Ich habe sie hereingelassen.) Ho fatto riparare la macchina. (Ich habe das Auto reparieren lassen.)
Es geht um dich selbst: farsi + Infinitiv
Wenn das Subjekt selbst davon profitiert (jemand tut etwas für mich), verwendet das Italienische farsi + Infinitiv mit dem Reflexivpronomen:
- Mi faccio tagliare i capelli. (Ich lasse mir die Haare schneiden.)
- Si è fatta costruire una casa. (Sie hat sich ein Haus bauen lassen.)
- Mi sono fatto operare. (Ich habe mich operieren lassen.)
Die Person, die die Arbeit erledigt, folgt nach da: Mi sono fatto tagliare i capelli dal parrucchiere. Im passato prossimo steht farsi wie andere reflexive Verben mit essere (siehe Reflexive Verben im passato prossimo), das Partizip richtet sich also nach dem Subjekt: Anna si è fatta tagliare i capelli. Mi sono fatto/fatta tagliare i capelli.
Fare oder lasciare
Fare bedeutet „veranlassen“ oder „machen lassen“ (bei einigen Bewegungsverben kann es auch „hereinlassen / hinauslassen“ heißen, wie oben). Geht es um reine Erlaubnis, ist lasciare das klarere Verb, mit demselben Muster:
- Lascio parlare Anna. → La lascio parlare. (Ich lasse Anna sprechen.)
- Lasciami finire! (Lass mich ausreden!)
- Non lo lascio uscire da solo. (Ich lasse ihn nicht allein ausgehen.)
Faccio uscire il cane heißt also, dass du den Hund hinausbringst (oder hinausgehen lässt), während Lascio uscire il cane betont, dass du erlaubst, dass er hinausgeht. Beide Verben folgen denselben Regeln für Pronomen und Stellung.
Einige sehr häufige Wendungen
- fare fare qualcosa a qualcuno: Faccio fare un vestito alla sarta. (Ich lasse mir von der Schneiderin ein Kleid machen.)
- far vedere, far sapere, far sentire: Fammi sentire! (Lass mich hören!)
- far ridere / far piangere / far arrabbiare: Mi fa arrabbiare. (Es macht mich wütend.)
- far venire qualcuno: Faccio venire il medico. (Ich lasse den Arzt kommen.)
Häufige Fehler
- ❌ Mi fa di ridere. → ✅ Mi fa ridere. (kein di zwischen fare und dem Infinitiv)
- ❌ Lo faccio riparato. → ✅ Lo faccio riparare. (nach fare steht der Infinitiv, nicht das Partizip)
- ❌ Faccio lo riparare. → ✅ Lo faccio riparare. (oder Faccio riparare la macchina; das Pronomen steht vor fare)
- ❌ Gli faccio partire. → ✅ Lo faccio partire. (bei einem Infinitiv ohne Objekt wird die Person durch ein direktes Pronomen ausgedrückt)
- ❌ Ho fatto riparare la macchina da il meccanico. → ✅ …dal meccanico. (da verschmilzt mit dem Artikel)
- ❌ Mi ho fatto tagliare i capelli. → ✅ Mi sono fatto tagliare i capelli. (farsi steht mit essere)
Kurzer Check
Kannst du die Pronomen an die richtige Stelle setzen?
- Faccio entrare Marco. → ____ faccio entrare.
- Faccio riparare la bici. → ____ faccio riparare.
- Faccio riparare la bici al meccanico. → ____ faccio riparare.
- Hai già fatto entrare i bambini? → ____ hai già ____ entrare?
- Ieri ____ ____ tagliare i capelli. (Ich habe mir gestern die Haare schneiden lassen; passato prossimo von farsi)
- Fa' entrare Anna! → ____ entrare!
Antworten anzeigen
- Lo faccio entrare 2. La faccio riparare 3. Gliela faccio riparare 4. Li hai già fatti entrare? 5. Mi sono fatto / fatta tagliare i capelli 6. Falla entrare!
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Das Wichtigste
- Fare + Infinitiv sagt, dass jemand etwas veranlasst oder machen lässt: Faccio riparare la macchina. Mi fa ridere.
- Zwischen den beiden Verben steht nichts, und die handelnde Person folgt dem Infinitiv.
- Hat der Infinitiv kein Objekt, wird die Person durch ein direktes Pronomen ausgedrückt (Lo faccio entrare). Hat er ein Objekt und wird die Person auch genannt, bleibt das Objekt direkt und die Person wird indirekt (Gliela faccio riparare).
- Pronomen stehen vor einem konjugierten fare und werden an einen Infinitiv oder an fa' angehängt (farlo riparare, Falla entrare!).
- Farsi + Infinitiv steht für Dinge, die man an sich tun lässt (Mi faccio tagliare i capelli), im passato prossimo mit essere; die Person, die die Arbeit erledigt, folgt nach da.
- Lasciare + Infinitiv ist das schlichte Verb für „lassen / erlauben“: Lascio parlare Anna.